Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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zogenen kleinen Sofa, deſſen Rücklehne, nach dem Kamin zu hoch, ſich nach dem Fußende hin verlor. An der Kopfſeite dieſes Sofa befand ſich, wie ein Schirm, ein fünf Fuß hohes halbkreisförmiges Gitter von vergoldetem Meſſing in einem entſprechenden Blumenkaſten von Ebenholz, aus welchem blühende Lianen hervorwuchſen und ſich am Gitter hinauf⸗ rankten. Die großen von außen grünen, inwendig purpur⸗ rothen Blüthen dieſer Lianen, glänzend wie der Schmelz der ſächſiſchen Porcellanblumen, verbreiteten einen lieblichen Duft, gleich einem Gemiſch von Veilchen- und Jasmingeruch.

Theils auf dem Sofa, theils auf einem Tiſchchen, theils auf der koſtbaren Vorlage von Marderpelz lag eine Menge neuer, friſch aufgeſchnittener Bücher und unter ihnen, auf der Vorlage, mehre große Atlaſſe mit Kupferſtichen. Alle dieſe Bücher von verſchiedenen Verfaſſern und Formaten be⸗ handelten denſelben Gegenſtand.

Die Haltung Adriana's verrieth eine Art ſchwermüthige Niedergeſchlagenheit. Ihre Wangen waren bleich, und bläu⸗ liche Ringe um ihre halbgeſchloſſenen ſchwarzen Augen gaben dieſen einen Ausdruck tiefer Betrübniß. Mehrfache Urſachen lagen ihrer Verſtimmung zu Grunde, unter andern das Ver⸗ ſchwinden der Mayeur. Ohne gerade den boshaften An⸗ deutungen Rodin's Glauben zu ſchenken, daß das Mädchen aus Furcht, von ihm entlarvt zu werden, nicht gewagt habe, im Hauſe zu bleiben, hatte Adriana doch ein peinliches Ge⸗ fühl bei dem Gedanken, daß die Mayeur, welcher ſie volles Vertrauen geſchenkt, ihr gaſtliches Dach geflohen habe, ohne ein Wort des Dankes für ihre faſt ſchweſterliche Güte an ſie zu richten. Denn natürlich waren die zurückgelaſſenen Zeilen unterſchlagen und es war bloß von dem auf ihrem Schreib⸗ tiſch gefundenen Bankzettel geſprochen worden. Dieſer letztere unerklärliche Umſtand hatte in der Seele des Fräuleins pein⸗ lichen Verdacht erweckt. Schon empfand ſie die verderblichen Wirkungen des ihr von Rodin empfohlenen Mißtrauens gegen Alle und gegen Alles; und die hieraus fließende Zurückhal⸗ tung mußte ihr um ſo drückender werden, da ſie, bisher an ſchrankenloſe Offenheit gewöhnt, ein Geheimniß zu bewahren hatte, welches ihr Glück, ihre Beſchämung und ihre Qual war. Halb liegend auf ihren Divan, nachdenklich und niederge