wie eine Fürſtin leben laſſen, lediglich um meiner ſchönen Augen willen, wenn ich mich ſo ausdrücken darf.“
„Sie dürfen ſich allerdings ſo ausdrücken.“
„Alſo kurz und gut: was verlangt man von mir dagegen?“
„Nichts.“
„Nichts?“
„Nicht ſo viel,“ antwortete der Schriftſteller, die Spitze ſeines Nagels abbeißend.
„Nun, was ſoll ich denn thun?“
„Sie ſollen ſich ſo ſchön wie möglich machen, Ihres Leibes pflegen, ſich beluſtigen, ſpazieren fahren. Sie ſehen, das iſt nicht ſehr anſtrengend. Und obendrein tragen Sie damit zu einem guten Werke bei.“
„Indem ich wie eine Fürſtin lebe?“
„Ja. Alſo entſchließen Sie ſich und fragen Sie mich nicht um das Nähere, denn ich kann es Ihnen nich ſagen. Nur ſo viel noch: Sie werden nicht wider Ihren Willen zurück⸗ gehalten. Verſuchen Sie es mit dem Leben, welches ich Ihnen vorſchlage. Behagt es Ihnen, ſo ſetzen Sie es fort. Behagt es Ihnen nicht, ſo kehren Sie in Ihre Philemoniſche Haus⸗ haltung zurück.“
„Am Ende — —“
„Verſuchen Sie es; was ſetzen Sie dabei aufs Spiel?“
„Nichts. Aber — — ich kann nicht glauben, daß das wahr iſt. Und — — ich weiß nicht, ob ich darf.“
Dumoulin ging ans Fenſter, öffnete es und ſagte: „Sehn Sie einmal da hinunter.“
Roſe Pompon lief hinzu, ſah hinunter nach der Thür und rief: „Bei Gott! eine prächtige kleine Kutſche. Darin muß ſich's herrlich ſitzen.“
„Dieſe Kutſche gehört Ihnen. Sie wartet auf Sie.“
„Was? Sie wartet auf mich? — — Ich anüßte mich auf der Stelle entſchließen?“
„Oder gar nicht.“
„Heute?“
„Den Augenblick.“
„Wohin wollen Sie mich denn führen.“
„Weiß ich's?“
„Sie wiſſen nicht, wohin Sie mich führen?“


