Lachend ließ Roſe Pompon ihn gewähren und rief „Dicker Apoſtel, das iſt ein Einkauf, mit dem man Sie beauftragt hat, und Sie wollen ſehen, wie das Ding ſteht. Ich ſage Ihnen, der Schmuck iſt prächtig.“
Dumoulin begann wieder in ſeinem majeſtätiſchen Ton; „Roſe Pompon, wollen Sie Dienerſchaft, eine Loge in den Oper und tauſend Franken monatlich für Ihre Toilette?“ 3
„Laſſen Sie doch einmal den alten Witz und bringen Sie einen neuen,“ verſetzte die Kleine, indem ſie Nüſſe kaute und das Armband funkeln ließ.“
Dumoulin fuhr abermals in ſeine Taſche, brachte eine köſtliche Kette zum Vorſchein und hing ſie der Kleinen um den Hals. Dieſe betrachtete abwechſelnd den goldnen Schnuck und den kirchlichen Schriftſteller und rief: „Eine wunderſhns Kette! Wenn Sie auch dies Stück ausgewählt haben, ſo beweiſen Sie keinen ſchlechten Geſchmack. Nicht wahr, ich bin ein gutes Mädchen, daß ich mich als Probirpuppe ge⸗ brauchen laſſe, damit Sie ſehen, wie der Schmuck ſich aus⸗ nimmt?“
„Roſe Pompon!“ ſprach Nini Moulin in noch majeſtätiſcherem Ton, „dieſe Kleinigkeiten ſind nichts im Vergleich mit dem, worauf Sie Anſpruch machen können, wenn Sie auf den Rath Ihres alten Freundes hören wollen.“
Das Mädchen betrachtete den Pamphletſchreiber mit Ver⸗ wunderung und ſagte: „Nini Moulin, was bedeutet das? Was haben Sie für Rathſchläge? Heraus damit!“
Anſtatt zu antworten fuhr Dumoulin abermals in ſeine unerſchöpfliche Taſche, zog ein Päckchen heraus und machte es ſorgfältig auf. Roſe Pompon erhob ſich mit ſteigender Verwunderung von ihrem Sitz; und raſch warf ihr Dumoulin eine koſtbare Mantille von ſchwarzen Spitzen um die Schultern. „Das iſt ja wundervoll!“ rief ſie, den Putz mit kindlicher, uneigennütziger Neugier betrachtend. „In meinem Leben hab' ich ſo etwas nicht geſehen. Welche Zeichnungen! Welche Stickerei! — Ihre Taſche iſt ju ein wahrer Putzlaven! Wie kommen Sie denn zu all dieſen ſchönen Sachen? — Halt!“ rief ſie, laut auflachend. „Jetzt hab ich's! Das iſt das Hoch⸗ zeitsgeſchenk für Frau Sainte Cylombe Ich mache Ihnen mein Compliment. Gut gewählt!“


