„Ernſte Sachen? da werden wir nicht wenig lachen?“ „Nichts da; die Sache iſt ernſthaft,“ erwiderte Dumoulin, ſich niederſetzend. „Aber vor allen Dingen ſagen Sie mir, was haben Sie in den drei Tagen getrieben, wo Sie die eheliche Philemoniſche Wohnung gemieden haben Das muß ich wiſſen, ehe ich Ihnen Weiteres ſagen kann.“
„Wollen Sie Oliven?“ fragte Roſe Pompon, eine der öl⸗ haltigen Früchte knaupelnd.
„Das iſt alſo Ihre Antwort? Ich verſtehe. Armer Phi⸗ lemon!“
„Ihr böſes Maul hat hier von keinem armen Philemon zu reden. Clara hatte einen Todten in ihrem Haus, und die erſte Zeit nach der Beerdigung fürchtete ſie ſich, die Nacht allein zuzubringen.“
„Vor dieſer Furcht glaubte ich Klärchen hinlänglich be⸗ wahrt.“
„Das war eben ein Irrthum, Giftbalg! Ich bin zu dem armen Mädchen gegangen, um ihm Geſellſchaft zu leiſten.“
Auf dieſe Behauptung ſummte der kirchliche Schrif.ſteller mit ſpöttiſcher, ungläubiger Miene ein Liedchen.
„Sie wollen ſagen, ich ſpielte dem Philemon Streiche!“ rief Roſe Pompon mit dem Unwillen der ungerechter Weiſe beargwohnten Tugend, eine Nuß knackend.
„Ich ſage nicht Streiche, ſondern nur ein Streichlein, roſen⸗ farb wie Roſe Pompon.“
„Und ich ſage Ihnen, daß ich mich nicht zum Vergnügen von hier entfernt habe, ſondern zu meinem Mißvergnüge., denn während dieſer Zeit iſt die arme Cephiſe verſchwunden.“
„Ja, die Königin Bachanal iſt auf Reiſen. Die alte Arſene hat mir's geſagt. Aber wenn ich Ihnen von Philemon ſpreche, kommen Sie mir mit Cephiſen. Das klärt uns nicht auf.“
„Der ſchwarze Panther, der an der Martinspforte zu ſehen ift, ſoll mich freſſen, wenn ich Ihnen nicht die Wahrheit ſage. Halt! da füllt mir ein, Sie müſſen zwei Sperrſitze bezahlen und mich hinführen, daß ich dieſe Thiere ſeche. Nicht wahr Nini⸗Moulin? Es heißt, das wären wunderliene wilde Thiere.“
„Hm! Sind Sie toll?“


