Teil eines Werkes 
7. Band (1845)
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mitgemacht. In zierlichen Falten hing ein Kleid Roſe Pompon's über einem Paar Strumpfhoſen, deren Füße aus dem Rock hervorzugucken ſchienen. Auf dem letzten Brett eines überaus ſtaubigen und vernachläſſigten Büchergeſtells ſtand neben drei alten Stiefeln und mehren leeren Flaſchen ein Todtenkopf, 5 ein Andenken der Oſteologie und der Freundſchaft, welches ein Studioſus Medicinae ſeinem Bruder Philemon hinterlaſſen hatte. Ein im Studentenquartier beliebter Spaß war es, daß dieſer zwiſchen ſeinen ſchönen weißen Zähnen eine irdene Pfeife mit geſchwärztem Kopf hielt, und daß ſein glänzender Schädel halb bedeckt war mit einem auf Krakeel ſitzenden alten Sackträgerhut, der über und über mit welken Blumen und verſchoſſenen Bändern geziert war. Wenn Philemon betrunken war, pflegte er dies Knochenwerk lange zu betrachten und von dithyrambiſchen Monologen über dieſe philoſophiſche Zuſammenſtellung des Todes mit der tollen Luſt des Lebens überzufließen. An den Wänden waren ein paar Gypsmasken miit mehr oder weniger zerbrochenen Naſen und Kinnen angenagelt, Zeugniſſe der flüchtigen Wißbegier Philemons in Betreff der viel Geduld und Nachdenken erfordernden Schädellehre. Der junge Mann war damit zu dem Reſultat gekommen, daß er „ ein ungewöhnlich ſtark entwickeltes Pumporgan habe, folglich ſich in ſein Schickſal ergeben müſſe, welches ihm den Ma⸗ nichäer ¹) als unvermeidliche Nothwendigkeit des Lebens auf⸗ legte. Auf dem Kamin ſtahd und majeſtätiſch das rieſige Feiertagsglas des Bootsmannes; daneben auf einer Seite eine porzellanene Theekanne ohnr Hals und auf der andern ein Dintenfaß von ſchwarzem Holz, deſſen Mündung von einer grünlichen Schimmelvegetation überwachſen war. Die Stille dieſes Mußeſitzes, nicht Muſenſitzes, wurde von Zeit zu Zeit unterbrochen durch das Girren der Tauben, welchen Roſe Pompon ein gaſtliches Obdach im Studirzimmen Philemons angewieſen hatte. Frſtig wie eine Wachtel ſaß Roſe Pompon neben ihrem 3 Feuer und ſchien zugleich die ins Zimmer fallenden goldenen 5 ) Pumpen bedeutet in der Studentenſprache borgen, Manichäer;

Mahner, Gläubiger.