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entziehen. Ehe ich hier eingeſperrt wurt hatte ich ſeine Ankunft in Frankreich erfahren und einen Vertrauten abge⸗ ſchickt, um ihm die Dienſte eines unbekannten Freundes an⸗ bieten zu laſſen. Ich ſehe jetzt, daß dieſer närriſche Gedanke, den man mir ſehr zum Vorwurf gemacht hat, ganz vernünf⸗ tig war, und ich bleibe mehr als je bei demſelben. Der Prinz iſt von meiner Familie; ich bin ihm eine freigebige Gaſtfreundſchaft ſchuldig. Ich hatte für ihn den Pavillon beſtimmt, den ich bei meiner Tante bewohnte.“ „Und Sie, werthes Fräulein?“
%, „Heute noch werde ich ein Haus beziehen, welches ich
ſchon ſeit einiger Zeit habe einrichten laſſen, da ich ohnedem entſchloſſen war, mich von der Frau von St. Dizier zu tren⸗ nen und allein nach meinem Geſchmack zu leben. Da nun Ihr Beruf, werther Herr, es iſt, der Schutzgeiſt unſerer Familie zu ſeyn, ſo ſeyn Sie eben ſo edelmüthig gegen den Prinzen Dſchalma, wie Sie gegen mich geweſen ſind und gegen die
Töchter des Marſchalls Simon. Ich beſchwöre Sie, ſuchen
Sie den Aufenthalt dieſes armen Königsſohns zu entdecken, bewahren Sie mir das Geheimniß und führen Sie ihn in dieſen Pavillon, den ein unbekannter Freund ihm anbietet. Er ſoll um nichts bekümmert ſeyn. Man wird für all ſeine Bedürfniſſe ſorgen. Er ſoll leben wie ſich's gebührt — als Prinz.“
„Ja, er ſoll als Prinz leben, Dank Ihrer königlichen Freigebigkeit. Nie aber wird rührende Theilnahme beſſer angewandt geweſen ſeyn. Es genügt, ſein ſchönes ſchwer⸗ muthvolles Geſicht zu ſehen, wie ich es geſehen habe, um — —“
„Sie haben ihn geſehen?“ unterbrach Adriana.
„Ja, werthes Fräulein, ich habe ihn etwa zwei Stunden lang geſehen. Und mehr habe ich nicht gebraucht, um ihn zu beurtheilen. Seine herrlichen Züge ſind der Spiegel ſei⸗ ner Seele.“
„Und wo haben Sie ihn geſehen?“ fragte Adriana ge⸗ ſpannt.
„Auf Ihrem alten Schloß Cardoville, in deſſen Nähe ihn der Sturm verſchlagen hatte. Ich hatte mich dorthin be⸗
geben, um — —“


