Teil eines Werkes 
5. Band (1844)
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Simon, Erbinnen wie ich, ſind gleichfalls eingeſperrt wor⸗ den.“

„Sie und jene ſind nicht die einzigen Gegenſtände der Verfolgung,“ rief Rodin.

„Wer ſind denn die andern?“

„Ein junger Indier.“

„Der Prinz Dſchalma?“ fragte Adriana lebhaft.

„Er wäre beinahe durch ein betäubendes Mittel vergiftet worden, aus demſelben Grund.“

„Großer Gott!“ rief Adriana, entſetzt die Hände zuſam⸗ menſchlagend. „Das iſt entſetzlich! Er? er? Dieſer Prinz, welcher ſo edelſinnig ſein ſoll? Aber ich hatte jemand auf Schloß Cardoville geſchickt — —“

„Einen Vertrauten, der den Prinzen nach Paris bringen ſollte. Ich weiß es, werthes Fräulein. Dieſer Mann iſt li⸗ ſtiger Weiſe entfernt und der Prinz iſt ſeinen Feinden in die Hände geliefert worden.“

„Und jetzt — — wo iſt er?“

„Ich habe nur unbeſtimmte Angaben. Ich weiß bloß, daß er zu Paris iſt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, ihn wiederzufinden. Ich werde Nachforſchungen anſtellen laſſen mit einem faſt väterlichen Eifer, denn die ſeltenen Eigenſchaften dieſes armen Königsſohnes machen ihn der Liebe Aller würdig. Welches Herz! werthes Fräulein. Ein Herz wie Gold, rein wie das Gold ſeines Heimath⸗ landes!“

„Der Prinz muß wiedergefunden werden!“ ſagte Adriana aufgeregt. „Es darf zu dem Ende nichts vernachläſſigt wer⸗ den. Ich beſchwöre Sie, das Mögliche zu athun. Er iſt mein Verwandter. Er iſt allein hier, ohne Stütze ohne Hülfe.“

„Gewiß,“ ſagte Rodin mitleidig. „Das arme Kind! — denn er iſt faſt noch Kind, achtzehn oder neunzehn Jahr alt, und ſo nach Paris hinein geworfen, in dieſe Hölle! Mit ſeinen friſchen, glühenden, ungezähmten Leidenſchaften, mit ſeiner Naturkindlichkeit, mit ſeiner Argloſigkeit — welchen Geſahren iſt er da ausgeſetzt!“ 6.

„Vor allen Dingen gilt es, ihn wiederzufinden,“ ſagte Adriana lebhaft. „Den Gefahren wollen wir ihn dann ſchon