Teil eines Werkes 
5. Band (1844)
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Theilnahme auf dem Fräulein. Als wollte er ſich plötzlich dieſen Eindrücken entreißen, ſagte er für ſich: „Weg mit der Rührung! Die Zeit iſt zu koſtbar. Mein Geſchäft iſt noch nicht vollendet. — Werthes Fräulein, von Dank wollen wir ſpäter reden. Vor allen Dingen laſſen Sie uns von dem gegenwärtigen Augenblick reden, der ſo wichtig iſt für Sie und für Ihre Familie. Wiſſen Sie, was vorgeht?“

Adriana ſah den Jeſuiten betroffen an und fragte: „Was geht denn vor?“

„Wiſſen Sie den wahren Zweck Ihrer Einſperrung in die⸗ ſem Haus? Wiſſen Sie die Beweggründe, welche die Hand⸗ lungsweiſe der Frau von St. Dizier und des Abbé von Ai⸗ grigny beſtimmt haben?“

Bei Nennung dieſer verhaßten Namen verdüſterte ſich das freude eb Geſicht Adrianens von Neuem und mit Schmerz ſagte ſie: „Ohne Zweifel hat der Haß die Frau von St.

Dizier in ihrem Thun geleitet.“

„Ja, der Haß,“ ſagte Rodin, „und außerdem der Wunſch, Sie eines unermeßlichen Vermögens zu berauben.“

„Mich? Wie ſo?“

„Sie wiſſen alſo nicht, werthes Fräulein, wie ſehr Ih— nen hätte daran gelegen ſeyn müſſen, ſich am 13. Februar in der St. Franeiscusſtraße wegen einer Erbſchaft einzu⸗ finden?“

„Von dieſem Tag und von dieſen näheren Umſtänden wußte ich nichts. Aber ich wußte halb und halb aus eini⸗ gen Familienpapieren und durch einen ganz gußenordentlichen Vorfall, daß einer meiner Ahnen — —“

„Eine ungeheure Summe zur Vertheilung unter ſeine Nachkommen hinterlaſſen hatte,“ ergänzte Rodin.

„Allerdings.“

„Leider aber wußten Sie, werthes Fräulein, nicht, daß die Erben verpflichtet waren, ſich am 13. Februar zu einer feſtgeſetzten Stunde zuſammenzufinden, und daß die Ausblei⸗ benden ihres Antheils verluſtig gehen ſollten. Begreifen Sie nun, warum man Sie hier eingeſperrt hat?“

„O ja!“ rief Adriana. „Ich begreife es. Mit dem Haß, den meine Tante gegen mich hegte, verband ſich die Hab⸗ gier. Jetzt iſt Alles erklärt. Die Töchter des Marſchalls