Letzterer benutzte dieſen Augenblick, um dem Doctor ein Zet⸗ telchen in die Hand zu drücken, welches er in ſeinem Hut mit Bleiſtift beſchrieben hatte. Baleinier ſah ihn verblüfft an. Rodin fuhr mit dem Daumen nach der Stirn und zweimal ſenkrecht an derſelben herunter. Dies geſchah ſo ſchnell, daß Herr von Gernande, als er ſich umwandte, Ro⸗ din einige Schritt von Baleinier entfernt ſtehen ſah, die Augen mit achtungsvoller Theilnahme auf das Fräulein von Cardoville gerichtet.
Nachdem der Richter mit einem freundlichen Gruß von Adriana Abſchied genommen, ſagte Baleinier zu ihm: „Er⸗ lauben Sie, daß ich Sie begleite.“ Er ging mit ihm hinaus und ließ Rodin mit Adriana allein. Nachdem er den Herrn von Gernande bis an die Hausthüre begleitet, las er eilig den ihm von Rodin gegebenen Zettel. Dieſer lautete:
„Der Richter geht durch die Straße ins Kloſter. Lau⸗ fen Sie durch den Garten und ſagen der Oberin, ſie ſolle dem Befehl gehorchen, den ich in Betreff der zwei Mädchen gegeben. Dies iſt höchſt wichtig.“
Das Zeichen, welches Rodin ihm gegeben, und der In⸗ halt dieſes Zettels bewieſen dem Doctor, welcher an dieſem Tage fortwährend vom Erſtaunen zur Verblüfftheit überge⸗ gangen war, daß der Secretär des E. V., weit entfernt, ein Verräther zu ſeyn, ſtets zur Ehre des Herrn handelte⸗
Er gehorchte und zerbrach ſich dabei vergebens den Kopf, was wohl der Grund von dem unerklärlichen Benehmen Ro⸗ din's ſeyn mochte, indem derſelbe bei Gericht eine Sache anhängig gemacht hatte, die man doch vertuſchen ſollte, weil ſie für den Pater Aigrigny, für die Fürſtin von St. Dizier und für ihn, Baleinier, ſchlimme Folgen haben konnte.
Kehren wir nun zu Rodin zurück, welcher mit dem Fräu⸗ lein von Cardoville allein geblieben war.
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