Thür. Es klopfte an. Eine Wächterin trat ein und ſagte mit verſtörter Miene: „Unten ſind zwei Herren, welche au⸗ * genblicklich zu Ihnen und zu dem Fräulein wollen.“
Adriana hob raſch den Kopf in die Höhe. In ihren Au⸗ gen ſtanden Thränen. F
„Wie heißen die Herren?“ fragte Baleinier erſtaunt. 4
„Der Eine,“ antwortete die Wächterin, „hat mir geſagt:
Melden Sie dem Herrn Doctor, ich ſey eine obrigkeitliche Perſon und ich ſey von Gerichtswegen zum Fräulein von Cardoville geſchickt.“
„Eine obrigkeitliche Perſon!“ feuerroth werdend und unfähig, ſei Angſt zu verhehlen.
„Gott ſey gelobt!“ rief Adriana aufſpringend. Ein Strahl der Hoffnung glänzte durch ihre Thränen. „Meine Freunde ſind noch zeitig genug benachrichtigt wordeh Die Stunde der Gerechtigkeit hat geſi agen!“
Nach einigem Beſinnen ſagte der S zu der Wäch⸗ terin „Bitten Sie dieſe Herren, heraufzukommen!“ Die Wächterin entfernte ſich. Baleinier trat mit finſterer, faft drohender Miene, die mit ſeiner gewöhnlichen Ruhe und ſeinem ſonſtigen heuchleriſchen Lächeln in großem Wider⸗ ſpruch ſtand, zu dem Fräulein und flüſterte ihr zu „Neh⸗ men Sie ſich in Acht. Jubeln Sie nicht zu früh!“ Jetzt fürcht' ich Sie nicht mehr,“ entgegnete Adriana mit freudeſtrahlendem Geſicht. Sicher iſt Herrn von Mont⸗ bron nach Paris zurückgekommen und zeitig benachrichtigt worden. Er kommt mit dem Beamten, mich zu befreien.“ Und im Ton bitteren Spottes fügte ſie hinzu: „Ich bedaure Sie und die Ihrigen!“
„Fräulein!“ rief Baleinier, unfähig, ſeine Angſt länger zu verhehlen. „Ich wiederhole Ihnen, nehmen Sie ſich in Acht, denken Sie an das, was ich Ihnen geſagt habe. Eine Klage würde nothwendig die Folge haben — Sie verſtehen 1 . mich — die Folge, daß der Vorgang der vorgeſtrigen Nacht offenbart würde. Nehmen Si ſich in Acht. Das Schickſal, die E re des Soldaten und ſeir ne ſind in Ihren
ſie um die Galeeren!“ i anführen. Sie
erholte der Kurzrock, troffenheit und ſeine


