Teil eines Werkes 
5. Band (1844)
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Das Fräulein kannte die Faſſung des Geſetzes nicht; aber ihr geſunder Verſtand ſagte ihr, daß Dagobert und Agricvla für ihren nächtlichen Verſuch zu furchtbarer Rechenſchaft ge⸗ zogen werden könnten. Und doch, wenn ſie Alles das bedachte, was ſie in dieſem Haus gelitten hatte, fand ſie es bei den bitteren Gefühlen, die ſich in ihrem Herzen geſammelt hatten, allzuhart, auf die grimmige Luſt der Enthüllung und Brand⸗ markung ſo gehäſſiger Ränke zu verzichten.

Valehnie⸗ glaubte ſie völlig irre geführt zu tatei und be⸗ obachtete ſie mit dem Gefühl boshafter Zufriedenheit in der Ueberzeugung, daß er di ihres Schſeigens und Schwan⸗ kens kenne. Adriana re Verlegenheit nicht verhehlen. „Geſetzt,“ ſagte ſie, „ich verzichtete aus irgend einem Grund auf meine Klage, wann würde ich hier herauskommen?“

„Das weiß ich nicht, denn ich kann nicht wiſſen, wann Sie gründlich geheilt ſein werden,“ antwortete der Doetor in gů⸗ tigem Ton. „Sie ſind auf dem beßten Weg; — — aber —.“

„Immer dieſe unverſchämte, dum e Komödie!“ unterbrach Adriana den Arzt voll Unwillen. „Ich verlange, ich bitte Sie, mir zu ſagen, wie lange ich noch in dieſem abſcheulichen Haus eingeſperrt bleiben ſoll. Denn heraus werde ich ein⸗ mal kommen, denk ich.“

„Ich hoffe es,“ antwortete der Kurzrock mit der Miene der Rührung. „Aber wann? daß weiß ich nicht. Uebrigens muß ich Ihnen offen ſagen: es ſind alle Vorkehrungen ge⸗ troffen, daß Verſuche, wie in vorgeſtriger Nacht, ſich nicht erneuern. Die ſtrengſte Aufſicht iſt angeordnet, damit Sie keine Mittheilungen nach außen machen oder von außen em⸗ pfangen können. Und das geſchieht zu Ihrem Beßten, damit Ihr armer Kopf ſich nicht von neuem gefährlich überſpanne.“

„Demnach,“ fragte Adriana faſt erſchreckt, ſind die ver⸗ gangenen Tage im Vergleich mit dem, was mir bevorſteht, faſt Tage der Freiheit geweſen?“

„Ihr Beßtes geht Allem vor,“ erwiderte Sit in ge⸗ rührtem Ton. Das Fräulein von Sarbvuile fuhtue die O 1