von Aigrigny. Denn das ſind ohne Zweifel die edelmüthigen Perſonen, für die Sie mein Mitleid anrufen.“
„O Fräulein, es handelt ſich hier weder von mir, noch von Ihrer Tante, noch vom Abbé Aigrigny.“
„Von wem denn?“ fragte Adriana erſtaunt.
„Es handelt ſich von zwei armen Teufeln, die ohne Zwei⸗ fel abgeſchickt von denen, welche Sie Ihre Freunde nennen, ſich in vorletzter Nacht in das benachbarte Kloſter einge⸗ ſchlichen haben und aus dem Kloſter in dieſen Garten ge⸗ kommen ſind. Die Schüſſe, welche Sie gehört haben, ſind auf ſie abgefeuert worden.“
„Ach, ich dachte mir's! Und man will mir nicht ſagen, ob ſie verwundet worden ſind!“ rief Adriana voll Schmerz.
„Der eine von ihnen hat wirklich eine Wunde empfangen. Aber dieſe iſt nicht bedeutend, denn er hat gehen und den Leuten, welche ihn verfolgten, entrinnen können.“
„Gott ſey Dank!“ rief Adriana, gerührt die Hände faltend.
„Nichts iſt löblicher, als Ihre Freude bei der Nachricht, daß ſie entronnen ſind. Aber welcher Widerſpruch iſt es nun, daß Sie die Juſtiz auf ihre Spur bringen wollen? Das iſt wahrlich eine eigne Veiſe, ſich für ihre Hingebung zu bedanken!“
„Was meinen Sie?“ fragte Adriana.
Ohne auf dieſe Frage unmittelbar zu antworten, fuhr Ba⸗ leinier fort: „Denn wenn ſie verhaftet werden, ſo ſtehen ihnen, da ſie ſich nächtlichen Einſteigens und Einbruchs ſchul⸗ dig gemacht haben, die Galeeren bevor.“
„Himmel! Und das wäre um meinetwillen?“
„Um Ihretwillen, und was noch ſchlimmer iſt, durch Sie würden dieſe Leute verurtheilt werden.“
„Durch mich?“
„Ganz gewiß, wenn Sie Ihre Rachegedanken gegen Ihre Tante und gegen den Abbé Aligrigny verfolgen — von mir ſpreche ich nicht; ich bin ſicher — mit einem Wort, wenn Sie vor Gericht klagen wollen, daß Sie widerrechtlich in dieſem Haus eingeſperrt worden ſind.“
„Herr Doector, ich verſtehe Sie nicht; e ſich,“ ſagte Adriana mit ſteigender Unruhe. —
„Sie ſind ein rechtes Kind!“ rief der kurz
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