Teil eines Werkes 
5. Band (1844)
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ſagte, die mich angereizt hat, Sie Herr Rodin zu nennen, würden Sie dann etwas für Jakob thun?“

„Liebes Kind, ich ſuche Niemandes Geheimniſſe zu erlauſchen. Sie ſind bei dieſer Sache das Echo oder das Spielzeug von vielleicht ſehr gefährlichen Leuten geweſen; und wahrlich, trotz der Theilnahme, die Jakob Rennepont mir einflößt, habe ich, als ein armer Mann, nicht Luſt, mir Feinde zu machen. Da⸗ vor ſoll mich Gott bewahren. Verſtehen Sie mich?“

Roſe Pompon verſtand nichts von der Beſorgniß Rodin“s. Das wußte er wohl. Nach einem Augenblick der Ueberle⸗ legung ſagte das Mädchen: „Herr Charlemagne, das iſt mir zu hoch; ich begreif' es nicht. So viel weiß ich, ich würde un⸗ tröſtlich ſeyn, wenn ich durch einen Spaß einem braven Jungen geſchadet hätte. Ich will Ihnen alſo kurz und gut ſagen, was an der Sache iſt. Meine Offenheit wird vielleicht zu etwas gut ſeyn.“

„Die Offenheit klärt oft die dunkelſten Dinge auf,“ ſprach Rodin.

„Nini Moulin mag zuſehen,“ fuhr Roſe Pompon fort. „Warum läßt er mich Dummheiten machen, die dem Liebha⸗ ber der armen Cephiſe ſchaden können! Sehn Sie, lieber Herr, wie die Sache zugegangen iſt. Nini Moulin, ein rech⸗ ter Hanswurſt, hat Sie vorhin auf der Straße geſehen. Die Haushüterin hat ihm geſagt, Sie hießen Herr Charlemagne. Er ſagte mir: Nein, er heißt Rodin. Roſe Pompon, gehn Sie an ſeine Thür, klopfen Sie an und reden Sie ihn an: Herr Rodin. Sie werden ſehen, was er da für ein drolliges Geſicht macht. — Ich hatte ihm verſprochen, ihn nicht zu nennen. Aber ſobald dies dem Jakob ſchaden kann, mag er zuſehn; ich nenne ihn.“

Bei dem Namen Nini Moulin konnte Rodin eine Ge⸗ bärde der Ueberraſchung nicht unterdrücken. Der Pamphlet⸗ ſchreiber Dumoulin, den er mit der Redartion der Nächſten⸗ liebe hatte beauftragen laſſen, war perſönlich nicht zu fürch⸗

ten. Aber Nini Moulin, der, wenn er getrunken hatte, ſehr

geſchwätzig und ſehr mittheilend war, konnte beunruhigend

und ſtörend ſeyn, beſonders wenn Rodin, wie das wahrſchein⸗

lich war, öfter in dies Haus kommen mußte, um ſeine Plane

gegen Liegganznackt durch Vermittlung der Königin Bacchanal v.