„Wozu ſoll ich ihr ſagen, was ſie weiß, daß Jakob im Gefüngniß iſt? Ich möchte ihn aus ſeiner ſchlimmen Lage herausziehen.“
„O, lieber Herr, thun Sie das! Ziehen Sie Jakob aus dem Gefängniß!“ rief Roſe Pompon lebhaft. „Ich und Ce⸗ phiſe wollen Sie dafür küſſen!“
„Das wären weggeworfene Küſſe, liebes Närrchen,“ er⸗ wiederte Rodin lächelnd. „Aber beruhigen Sie ſich. Ich brauche keinen Lohn, um ein wenig Gutes zu thun.“
„Alſo hoffen Sie, den Jakob aus dem Gefängniß zu bringen?“
Rodin ſchüttelte den Kopf und erwiederte mit verdrießlicher Miene: „Ich hatte es gehofft, — gewiß, ich hatte es gehofft. Aber jetzt — jetzt iſt Alles anders.“
„Ei, warum denn?“ fragte Roſe Pompon erſtaunt. Liebes Kind,“ antwortete Rodin, „der ſchlechte Spaß, den Sie machen, indem Sie mich Herr Rodin nennen, kommt Ihnen gewiß ſehr beluſtigend vor. Ich ſehe, Sie ſind blos ein Echo in dieſem Stück. Jemand hat Ihnen geſagt: Gehn Sie hin und ſagen Sie zu Herrn Charlemagne, daß er Herr Rodin heißt. Das wird ſehr drollig ſeyn.“
„Gewiß würde ich nicht auf den Einfall gekommen ſeyn, Sie Herr Rodin zu nennen. Man erfindet nicht ſelber einen ſolchen Namen.“
„Nun,“ fuhr Rodin fort, „dieſe Perſon mit ihren ſchlechten Späßen hat, ohne es zu wiſſen, dem armen Jakob Rennepont viel geſchadet.“
„Ach Gott! Und die Urſache iſt, daß ich Sie Herr Rodin genannt habe, ſtatt Herr Charlemagne!“ rief Roſe Pompon ganz betrübt und bereute den Spaß, den ſie auf Anſtiften Nini Moulin's gemacht hatte. „Aber, lieber Herr, was hat dieſer Spaß mit dem Dienſt zu ſchaffen, den Sie dem Jakob leiſten wollten?“ 5
„Das darf ich Ihnen nicht ſagen, liebes Kind. Wahr⸗ haftig, es thut mir überaus leid für den armen Jakob; glauben Sie mir's. Aber laſſen Sie mich hinunter gehn.“
„Lieber Herr, hören Sie mich an, ich bitte Sie,“ ſagte Roſe Pompon. „Wenn ich Ihnen den Namen der Perſon


