Teil eines Werkes 
5. Band (1844)
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„Herr Charlemagne,“ antwortete die Händlerin. „Kennen Sie ihn vielleicht?“

„Was zum Teufel ſchafft er hier unter einem falſchen Namen?“ murmelte Jakob Dumoulin für ſich.

„Sie kennen ihn alſo?“ fragte Roſe Pompon ungeduldig. „Sie ſind ja auf einmal ſtumm wie ein Fiſch.“

„Und dieſer Herr,“ fuhr Dumoulin mit wachſendem Er⸗ ſtaunen fort, „hat hier zwei Zimmer zum Abſteigquartier? Und er kommt geheimnißvoll hieher?“

„Ja,“ antwortete Roſe Pompon. „Vom Taubenſchlag Philemon's aus ſieht man ſeine Fenſter.“

„Geſchwind! geſchwind!“ ſagte Dumoulin. „Laſſen Sie uns durch den Gang ſchlüpfen, daß er mir nicht begegnet.“

Und ohne von Rodin bemerkt zu werden, ſchlüpfte er aus dem Laden in den Gang, und aus dem Gang die Treppe hinauf, welche zum Zimmer Roſe Pompon's führte.

„Guten Tag, Herr Charlemagne,“ ſagte die alte Arſene zu Rodin, welcher eben auf die Thürſchwelle trat. „Sie kommen zwei Mal in einem Tag, das laß ich mir gefallen; denn ſonſt machen Sie ſich rar.“

„Sie ſind gar zu gütig, liebe Frau,“ erwiederte Rodir mit einem ſehr höflichen Gruß und trat in den Laden der Ge— müſehändlerin.

Zweites Kapitel. D i i e

Das Geſicht Rodin's, als er bei der alten Arſene eintrat, drückte die harmlöſeſte Einfalt aus. Beide Hände auf die Krücke ſeines Regenſchirms geſtützt, ſagte er: „Ich bedauere k liebe Frau, daß ich Sie heute Morgen ſo früh geweckt habe.“

„Sie kommen ja ohnedem ſo ſelten, werther Herr,“ er⸗ wiederte die Alte. „Wie ſollt' ich Ihnen das übel neh⸗ men.“ —

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