Teil eines Werkes 
5. Band (1844)
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„Ei, ei! Sie haben wohl eine Erbſchaft gemacht, dicker Apoſtel?“

„Etwas beſſeres, o roſigſte aller Roſe Pompons! Ich bin Hauptredaeteur einer religiöſen Zeitſchrift. Und da man in

dieſer achtbaren Boutike etwas vorſtellen muß, ſo verlange ich jeden Monat einen Monat voraus und drei Tage Frei⸗ heit. Unter dieſer Bedingung verſteh' ich mich dazu, in 27 Tagen unter dreißig den Heiligen zu machen und ſtets ernſt und niederſchmetternd zu ſeyn, wie das Journal.“

„Sie, ein Journal? Das muß ein drolliges Ding ſeyn. Das muß ganz allein auf den Tiſchen der Kaffeehäuſer in den Pas⸗Döfendus tanzen.“

„Gewiß muß es drollig ſeyn, aber nicht für jedermann!

Alle Küſter mit wohlgeſpickten Beuteln tragen die Koſten.

Sie ſehen das Geld nicht an, wenn nur das Journal beißt, reißt, brennt, quetſcht, tilgt und mordet. — Auf mein Ehren⸗ wort!“ fügte Nini Moulin derb lachend hinzu, „ich will ſo wüthig ſeyn, wie noch nie. Ich will die friſchen Wunden begießen mit meinem Gift premier crü oder mit meiner Galle grrrrand mousseux!!1“

Und zum Schluß ſeiner Rede ahmte Nini Moulin den Knall des ſpringenden Stopfens einer Champagnerflaſche nach.

Roſe Pompon lachte herzlich und fragte: „Und wie ſoll Ihr Küſterjvurnal heißen?“

„Es heißt die Nächſtenliebe.“

„Gut! ein hübſcher Name.“

„Warten Sie nur, es hat noch einen Zweiten.“

„Laſſen Sie den Zweiten hören.“

„Die Nächſtenliebe oder der Vertilger der Un⸗ gläubigen, der Gleichgültigen, der Lauen und An⸗ derer, mit dem Motto des großen Boſſuet: Die, ſo nicht mit uns ſind, ſind wider uns.

„So ſagt auch immer Philemon bei ſeinen Balgereien in der Chaumiöre, wenn er ſeinen Stock tanzen läßt.“

„Das beweiſt, daß der Adler von Meaur ein Univerſalgenie war. Nur Eins hab' ich ihm vorzuwerfen, daß er eiferſüchtig auf Moliere war.“

pon.

„Ei was! Komödianteneiferſucht bemerkte Roſe Pom⸗

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