Teil eines Werkes 
5. Band (1844)
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auf die Schwelle des Ladens trat, um die Händlerin zu fra— gen, bemerkte er Roſe Pompon. „Ei, mein Püppchen! ſchon auf? das trifft ſich ſchön! Eben kam ich, Sie zu ſegnen beim Aufgang der Morgenröthe!“

Nini Moulin breitete bei dieſen Worten die Arme aus und ging auf Roſe Pompon zu. Dieſe wich einen Schritt zu⸗ rück. „Wie? undankbares Kind!“ fuhr der religiöſe Schrift— ſteller fort. „Sie weiſen meine morgendliche und väterliche Umhalſung zurück?“

„Väterliche Umhalſungen aeceptire ich bloß von Philemon. Geſtern habe ich einen Brief von ihm bekommen mit einem Fäßchen Traubenmus, zwei Gänſe, einen Krug Familienrata⸗ ſia und einen Aal. Hm! Iſt das nicht ein lächerliches Ge⸗ ſchenk? Ich habe die Ratafia behalten und das Uebrige ver⸗ tauſcht für zwei liebe Täubchen, die ich in dem Zimmer Phi⸗ lemon's eingeſtallt habe. Das iſt jetzt ein hübſcher Tauben⸗ ſchlag. Uebrigens kommt mein Gemahl mit 700 Franken zurück, die er ſeiner hochachtbaren Familie abgefordert hat unter dem Vorwand, Baßgeige, Klappenhorn und Sprachrohr ſpielen zu lernen, um in der Geſellſchaft verführeriſch zu ſeyn und eine Heirath zu machen. Er iſt ein Schwerenöther, wie Sie ſagen, ein guter Junge.“

„Demnach, mein Püppchen, könnten wir wohl die Familien⸗ ratafia verkoſten und uns luſtig machen, indem wir Philemon und ſeine 700 Fr. erwarten.“

Bei dieſen Worten ſchlug Nini Moulin auf ſeine Weſten⸗ taſchen, die einen metalliſchen Klang von ſich gaben, und fuhr fort: „Ich bin gekommen, Ihnen den Vorſchlag zu machen, mein Leben zu verſchönern heut und morgen und ſelbſt über⸗ morgen, wofern Ihr Herz nicht abgeneigt iſt.“

„Wofern es ſich von anſtändigen und väterlichen Beluſti⸗ gungen handelt, ſagt mein Herz nicht nein.“

„Sein Sie ruhig. Ich will für Sie ein Großvater, ein Urgroßvater, ein Familienporträt ſeyn. Per Exempel: Pro⸗ menade, Diner, Theater, Maskenball, Souper. Sagt Ihnen das zu?“

„Unter der Bedingung, daß die arme Cephiſe dabei iſt. Das wird ſie zerſtreuen.“

„Cephiſe ſoll ſeyn.“