Teil eines Werkes 
5. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

—

Spaß machen, etwas zu erfahren. Was ſoll das Stübchen—

deckel.“

ſeinem ſeelenguten Geſicht! Er ſieht eher aus wie ein Heili⸗ ger, als wie etwas anders.“ ℳ.

„Aber, alte Arſene, was ſoll er denn ſtundenlang allein treiben in dieſem Neſt hinten im Hof, wo man kaum um Mittag etwas ſieht?“

„Eben das frage ich mich, Mamſellchen. Was kann er treiben? Sich das Vergnügen machen unter ſeinen Möbeln zu ſeyn, das iſt nicht möglich. Er hat Alles da: ein Feld⸗ bett, einen Tiſch, einen Ofen, einen Stuhl und einen alten Koffer.

„Das iſt ſo ohngefähr, wie die Ausſtaffirung des Zimmers von Philemon,“ bemerkte Rofe Pompon.

„Was wollen Sie, Mamſell. Trotzdem hat er Angſt, daß Jemand in ſein Zimmer kommt, als ob man ein Dieb, oder als ob ſeine Möbel von gediegenem Golde wären. Er hat auf ſeine Koſten ein Sicherheitsſchloß machen laſſen. Er läßt mir nie ſeinen Schlüſſel. Das Feuer in ſeinem Ofen macht er lieber ſelbſt an, als daß er jemand in ſeine Stube ließe.

„Und Sie ſagen, er iſt alt?“

„Ja, Mannſell, fünfzig bis ſechzig Jahr.“

„Und häßlich?“

„Stellen Sie ſich zwei Dinger vor wie Schlangenaugen, die wie Bohrlöcher in einem farbloſen Todtengeſicht ſitzen; dazu weiße Lippen. Das wäre das Antlitz. Seine Gemüths⸗ art anlangend, ſo iſt der gute alte Mann ſo höflich, zieht ſo oft ſeinen Hut ab und macht eine große Reverenz, daß man in Verlegenheit kommt.“

„Aber,“ ſagte Roſe Pompon, „ich komme immer wieder darauf zurück, was kann er ganz allein in ſeinen zwei Zim⸗ mern treiben? — Uebrigens, wenn Cephiſe nach Philemon's Rückkehr das Stübchen über ihm nimmt, können wir uns den

koſten?“

„Mamſellchen, es iſt in ſo ſchlechtem Zuſtand, daß der Hausherr es, glaub' ich, für 50 — 55 Franken jährlich laſſen würde. Denn man kann keinen Ofen darin anbringen, und das Licht fällt hinein durch ein Fenſterchen, wie ein Doſen⸗