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Bei dieſem mit gellender Stimme hervorgeſtoßenen Wort ſchauderten und erbleichten der Marquis und die Fürſtin. Rodin's Blick war düſter und gläſern. Er ſah aus wie ein Geſpenſt. Einige Augenblicke herrſchte Grabesſtille in dem Gemach. Rodin unterbrach ſie, indem er mit gebieteriſcher Gebärde dem Marquis auf den Liſch deutend, an welchem er ſelber kurz vorher demüthig geſeſſen, im barſchen Ton ſagte: „Schreiben Sie!“
Der E. V. fuhr anfangs vor Ueberraſchung zuſammen. Schnell aber beſann er ſich, daß er aus einem Vorgeſetzten ein Untergebener geworden war, ſtand auf, verbeugte ſich vor Rodin, als er an ihm vorüberging, ſetzte ſich an den Tiſch, die Feder und ſagte, zu Rodin gewandt: „Ich bin ereit.“
Rodin dictirte und der Marquis ſchrieb Folgendes:
„Durch den Unverſtand des E. V. Aigrigny iſt die An⸗ gelegenheit der Rennepont'ſchen Erbſchaft heut in eine
ſchlimme Lage gekommen. Die Erbſchaft beträgt 212 Mil⸗
lionen. Trotz dieſer Schlappe glaubt man ſich förmlich anheiſchig machen zu können, die Familie Rennepont außer Stand zu ſetzen, der Geſellſchaft zu ſchaden, und beſagter Geſellſchaft die 212 Millionen wieder zu ver⸗ ſchaffen, die ihr von Rechtswegen gehören. Man ver⸗ langt nur die ausgedehnteſte Vollmacht.“
Eine Viertelſtunde nach dieſem Auftritt ging Rodin aus dem Hötel St. Dizier hinaus. Seinen alten ſchmierigen Hut, den er mit dem Ellenbogen abgewiſcht hatte, nahm er vor dem Portier ab, indem er deſſen Gruß mit einem tiefen Bück⸗ ling erwiederte.


