Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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Vernichtung, welche das Spiel der menſchlichen Leidenſchaften

darbietet, wenn dieſe geſchickt neben und gegen einander ge⸗ ſtellt, wenn ſie entfeſſelt und überreizt werden? — und zu⸗ mal, wenn vielleicht mit Hülfe eines allmächtigen Bundesge⸗ die Heftigkeit dieſer Leidenſchaften verdoppelt werden ann.

Die letzten Worte ſprach Rodin mit einem eignen Lächeln. Der Marquis und die Fürſtin empfanden eine mit Bangig⸗ keit gemiſchte Bewunderung. „Dieſer Bundesgenoſſe — — wer iſt er?“ fragte Aigrigny.

Rodin achtete nicht auf die Frage und fuhr fort: „Dieſer 4 furchtbare Bundesgenoſſe kann, wenn er uns zu Hülfe kommt, wie der Blitz, Verwandlungen hervorbringen, kann die Un⸗ bändigſten zaghaft, die Gottloſeſten leichtgläubig, kann Engels⸗ ſeelen grimmig machen.“ 6

„Aber wer iſt denn dieſer mächtige, furchtbare Bundesge⸗ noſſe?“ fragte die Fürſtin, der es ganz bang wurde.

„Wenn er kommt,“ fuhr Rodin, ohne zu hören, fort, „dann ſchweben die Jüngſten, die Kräftigſten in jeder Minute des Tags in eben ſo drohender Todesgefahr, wie ein Sterbender, der im Begriff iſt den Geiſt aufzugeben.“

iſt denn dieſer Bundesgenoſſe?“ fragte der Marquis entſetzt.

tigerer Rodin ſein Gemälde färbte, deſto leichenhafter ward ſein Geſicht. Ohne ſich an die Frage zu kehren, fuhr er fort: „Dieſer Bundesgenoſſe kann wohl die Bevölkerun⸗ gen deeimiren, kann in dem Leichentuch, welches er nachſchleppt, eine ganze verfluchte Familie mitnehmen; aber er muß das Leben der großen unveränderlichen Förperſchaft unangetaſtet laſſen, welche der Tod ihrer Glieder nie ſchwächt, weil ihr Geiſt, der Geiſt der Geſellſchaft Jeſu, unvergänglich iſt.“

„Nun! — dieſer Bundesgenoſſe “ wiederholte der Marquis.

„Alſo dieſer Bundesgenoſſe, welcher vorrückt, langſamen Schrittes vorrückt, und deſſen ſchreckliche Annäherung allgs⸗

mein verbreitete Todesahnungen melden — —

„Iſt 2“

„Die Cholera.“ *)

1) Siehe die Anmerkungen am Schluß des Bandes.