Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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„Gibt es nicht ſo ſchreckliche Täuſchungen, daß der Selbſtmord die Zuflucht vor einer entſetzlichen Wahrheit iſt?“ „Ja.“ „Können ſinnliche Ausſchweifungen uns in einem langſa⸗ men, wollüſtigen Hinſterben aufreiben?“

„.

„Gibt es nicht im Leben ſo ſchreckliche Lagen, daß die welt⸗ lichſten, feſteſten oder gottloſeſten Gemüther, am Ende völlig zu Boden gedrückt, ſich blindlings in die Arme der Religion werfen und die größten Güter dieſer Welt für das härene Gewand, für das Gebet und die Entzückung hingeben?“

„Ja.“

„Gibt es nicht endlich tauſend Umſtände, unter welchen die Rückwirkung der Leidenſchaften die außerordentlichſten Um⸗ wandlungen wahrhaft tragiſche Löſungen im Leben des Man⸗ nes und des Weibes herbeiführt?“

„Ohne Zweifel.“

„Nun, warum fragen Sie mich denn, was zu thun iſt? Und, was würden Sie z. B. ſagen, wenn die gefährlichſten Mitglieder dieſer Familie Rennepont vor Ablauf von drei Monaten kämen, und kniefällig um Aufnahme in dieſe Geſell⸗

ſchaft bäten, vor welcher ſie jetzt einen Abſcheu haben, und

von welcher Gabriel ſich heute losgeſagt hat?!“ „Eine ſolche Bekehrung iſt unmöglich!“ rief Aigrigny. „Unmöglich? Was waren Sie denn vor fünfzehn Jahren, Herr Marquis? Ein gottloſer, lüderlicher Weltmenſch. Und Sie ſind zu uns gekommen, und Ihre Güter ſind die unſri⸗ gen geworden. Wir haben Fürſten, Könige und Päpſte zahm gemacht, wir haben in unſerm Verein herrliche, geiſtige Lich⸗ ter gelöſcht, die außer uns zu hell ſchimmerten; wir haben faſt beide Welten beherrſcht; wir haben uns lebenskräftig, reich und furchtbar erhalten bis zu dieſem Tag, trotz Haß und Achtserklärungen. Und wir ſollten nicht mit einer Fami⸗ lie fertig werden, die uns ſo ſchwer bedroht, und deren, un⸗ ſerer Geſellſchaft entwendete, Güter uns ſchlechterdings nöthig ſind? Wir ſollten nicht ſo viel Geſchick haben, um dies Er⸗ gebniß zu erlangen, ohne tölpelhafte Gewaltthätigkeiten, vhne Verbrechen, die uns bloßſtellen?! Sie kennen alſo nicht die unerſchöpflichen Hülfsmittel der wechſelſeitigen oder theilweiſen