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nicht in Folge der von Ihnen angewandten Mittel, ſondern trotz dieſen Mitteln, welche das Gepräge einer empörenden ungeſchicklichkeit und Plumpheit trugen.“
„Herr Rodin, Sie ſind ſtreng,“ ſagte der Marquis.
„Ich bin gerecht. Iſt das ein Wunder von Geſchicklichkeit, jemand in ein Zimmer zu ſperren und dann den Schlüſſel zwei Mal herumzudrehen? Haben Sie etwas anderes gethan? Nein! Die Töchter des Marſchalls Simon — zu Leipzig
ins Gefängniß geſetzt, zu Paris ins Kloſter geſperrt. Adriana
von Cardoville — eingeſperrt. Liegganznackt — ins Gefäng⸗ niß. Dſchalma — ein betäubendes Mittel. Nur ein ſinn⸗ reiches und tauſendmal mehr ſicheres Mittel, weil es mora⸗ liſch und nicht phyſiſch wirkte, iſt angewandt worden, um Herrn
Hardy zu entfernen. Ihre übrigen Schritte — leugnen Sie
es nicht — ſchlecht, unſicher, gefährlich. Warum? Weil ſie gewaltſam waren; und der Gewalt kann Gewalt entgegenge⸗
ſetzt werden. Das iſt dann nicht mehr ein Kampf ſchlauer,
gewandter, hartnäckiger Leute, die im Finſtern ſehen, wo ſie ſtets wandeln, — es iſt ein Kampf zwiſchen Reffträgern am hellen Tage. Wir müſſen allerdings unabläſſig thätig ſeyn; aber vor allen Dingen müſſen wir uns unſichtbar machen. Sie aber finden nichts klüger, als die Aufmerkſamkeit auf uns zu ziehen durch Mittel, die jämmerlich plump und geräuſch⸗ voll ſind. Um die Sache recht geheim zu halten, nehmen Sie
die Wache, den Polizeicvmmiſſär, die Gefangenwärter zu
Mitſchuldigen. Das iſt ja zum Erbarmen! Nur ein glänzen⸗ der Erfolg konnte ſolche Armſeligkeiten verzeihlich machen. Und Sie haben ihn nicht erlangt.
Der Marquis fühlte ſich tief gekränkt, deun die Fürſtin konnte die Bewunderung nicht verhehlen, welche die entſchie⸗ dene Sprache Rodins in ihr erweckte, und betrachtetd ihren ehemaligen Liebhaber mit einer Miene, als wollte ſie ſagen: Er hat Recht.
„Herr Rodin,“ erwiederte Aigrigny auf die Vorwürfe, „Sie ſind mehr als ſtreng — in Ihrem Urtheil, und unbeſchadet der Ihnen ſchuldigen Ehrerbietung muß ich Ihnen ſagen, daß ich nicht gewöhnt bin — —“
„Es gibt wahrlich noch andere Dinge, an die Sie nicht
gewöhnt ſind,“ unterbrach Rodin barſch; „aber Sie werden


