Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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Sich ſchon daran gewöhnen. Sie haben Sich bisher eine falſche Vorſtelnng don Ihrem Werth gemacht. Sie haben noch den alten Sauerteig von Raufbold und Weltmenſchen in Sich, der ſtets gährt und Ihrem Kopf die ſo nöthige Kälte und Klarheit raubt. Sie ſind ein ſchöner, geputzter und ge⸗ ſchniegelter Officier geweſen, Sie ſind den Schlachten und Feſten und Luſtbarkeiten und Weibern nachgelaufen. Dieſe Dinge haben Sie halb abgenutzt. Sie werden don nun an nur noch eine untergeordnete Stelle einnehmen. Sie ſind be⸗ urtheilt. Es wird Ihnen ſtets dieſe Kraft, dieſe Gedrängt⸗ heit des Geiſtes mangeln, die Menſchen und Dinge beherrſcht.

Dieſe Kraft, dieſe Gedrängtheit des Geiſtes — ich habe ſie. Wiſſen Sie warum? Weik ich, lediglich dem Dienſt unſerer

Geſellſchaft geweiht, ſtets häßlich, ſchmutzig und ein reiner Junggeſell geweſen bin — ja ein reiner Junggeſell. Darin liegt meine ganze Mannheit.“

Indem Rodin dieſe Worte hochmüthiger Schamloſigkeit ausſprach, war er ſchreckenerregend. Die Fürſtin fand ihn in ſeiner Verwegenheit und Kraft faſt reizend. Der Marquis fühlte ſich mit Allgewalt beherrſcht von dieſem teufliſchen We⸗ ſen. Er machte einen letzten Verſuch der Auflehnung, indem er rief: „Man wird ſehen, was Sie ausrichten!“

„Man wird es ſehen,“ verſetzte Rodin kaltblütig. „Und

wiſſen Sie, was ich ausrichten werde?“ (Rodin liebte dieſe

Frageform.) „Das Werk, welches Sie ſo ſchwachherzig auf⸗ eben.“ 2

Ueberwältigt durch die Verwegenheit Rodins, fand der

Marquis kein Wort der Erwiederung. Die Fürſtin rief er⸗

ſtaunt: „Was ſagen Sie?“

„Ich ſage,“ antwortete Rodin langſam, „daß ich es auf

Sie verloren geben, zum glücklichen Ende zu führen.“ „Sie?“ rief Aigrigny. „Sie?“

„Ja, ich.“

„Aber unſere Manöver ſind enthüllt.“

„Gut! man muß dann geſchicktere erfinden.“

„Aber man wird ſich vor uns hüten.“

„Gut! die ſchwierigſten Erfolge ſind die ſicherſten.“

mich nehme, die Rennepont'ſche Erbſchaftsangelegenheit, welche

„Was? Sie hoffen Gabriel dahin zu bringen, daß er ſeine

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