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Während des Geſprächs zwiſchen Aigrigny und der Fürſtin war Rodin mit ſeinem alten Hut in der Hand beſcheiden an der Thür ſtehen geblieben. Er ſchien von einem verhaltenen Zorn erfüllt zu ſeyn. Bei mehren Stellen des Geſprächs hatte ſein Leichengeſicht ſich ſchwach geröthet, und ſeine ſchlaf⸗ fen Augendeckel waren roth geworden, wie wenn in Folge eines inneren Kampfes das Blut ihm zu Kopf ſtiege. Und dann hatte ſein Geſicht wieder ſeine gewöhnliche Farbloſigkeit angenommen.
Nach einigen Augenblicken des Schweigens begann der Marquis wieder in niedergeſchlagenem Ton: „JIch muß augenblicklich nach Rom ſchreiben, um dieſe Schlappe zu melden, welche eine hochwichtige Begebenheit iſt, da ſie uner⸗ meßliche Hoffnungen zerſtört.“ Und er deutete ſeinem Socius auf einen Tiſch und fagte barſch: „Schreiben Sie!“
Rodin ſtellte ſeinen Hut auf die Erde, verneigte ſich ehr⸗ erbietig und ging mit verdrehtem Hals, mit geſenktem Kopf und ſchiefer Haltung an den Tiſch. Vor dem Tiſch ſtand
ein Lehnſtuhl. Er ſetzte ſich auf den Rand deſſelben, nahm
Papier und Feder und erwartete ſchweigend, was ſein Vor⸗
geſetzter ihm diectiren würde.
„Sie erlauben doch, Frau Fürſtin?“ fragte der Marquis. Die Fürſtin gab durch eine Gebärde der Ungeduld zu er⸗ kennen, daß dieſe Umſtände überflüſſig ſeyen. Aigriguy ver⸗ beugte ſich und dietirte mit gedämpfter und gepreßter Stimme: „Alle unſere Hoffnungen, die kürzlich faſt zur Gewiß⸗ heit geworden waren, ſind jetzt plötzlich vereitelt. Trotz aller angewandten Sorgfalt und Geſchicklichkert iſt die Rennepont'ſche Angelegenheit völlig geſcheitert Wie die Sachen jetzt ſtehen, iſt es mehr als ein Mißlingen. Es iſt eine der unglückſeligſten Begebenheiten für die Geſell⸗ ſchaft, deren Rechte auf dieſe Güter übrigens moraliſch außer Zweifel waren, da dieſelben betrügeriſcher Weiſe einer zu ihren Gunſten gemachten Confiscation entzogen ſind Ich habe wenigſtens das Bewußtſeyn, bis zum letz⸗ ten Augenblick Alles gethan zu haben, um unſere Rechte zu wahren. Aber ich wiederhole: dieſe wichtige Angele⸗ genheit muß als völlig verloren betrachtet werden, und man darf nicht mehr daran denken.“


