Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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— 263 — haben nicht gekämpft mit allen möglichen Mitteln bis zum letzten Angenblick?“

„Frau Fürſtin, ich habe Alles gethan, was ich konnte,

trotz dem Verrath Gabriel's, der eben heute Morgen erklärt

hat, daß er uns verleugne und ſich von der Geſellſchaft los⸗ ſa e 7

Der Undankbare!“ rief naiver Weiſe die Fürſtin.

„Die Schenkungsacte, welcher ich vorſorglich durch den No⸗ tar die vollkommen geſetzliche Form hatte geben laſſen, war ſo aut abgefaßt, daß trotz der Einſprache des wüthigen Sol⸗ daten und ſeines Sohnes, der Notar mich in Beſitz des Schatzes geſetzt hatte.“

„Zweihundert zwölf Millivnen!“ wiederholte die Fürſtin, die Hände zuſammenſchlagend. „Wahrhaftig, das iſt wie ein Traum!“

„Ja,“ antwortete mit bitterem Schmerz der Marquis, „für uns iſt dieſer Beſitz ein Traum geweſen, denn man hat ein Codicill entdeckt, welches die Vollſtreckung aller teſtament⸗ lichen Verfügungen auf vierthalb Monate weiter hinausſchiebt. Und jetzt iſt dieſe Bande von Erben eben durch unſere Vor⸗ kehrungen aufmerkſam gemacht. Sie kennen die Unermeßlich⸗ keit der Summe; ſie ſind auf ihrer Hut; Alles iſt verloren!“

„Ei, welches verwünſchte Geſchöpf hat denn dies Codieill zum Vorſchein gebracht?“

„Ein Weib!“

„Was für ein Weib?“

„Gott weiß, was für ein herumziehendes Geſchöpf. Ga⸗ briel will es ſchon in Amerika getroffen haben, wo es ihm das Leben gerettet habe.“

„Wie kam denn dies Weib dorthin? Wie kannte ſie das Daſeyn des Codieills?“

„Ich glaube, das Alles war mit einem elenden Juden ab⸗ gekartet, mit dem Hüter des Hauſes, deſſen Familie ſeit drei Menſchenaltern die Kapitalien in Händen hat. Ohne Zwei⸗ fel hatte er eine geheime Anweiſung für den Fall, daß man die Zurückhaltung von Erben vermuthete. Denn jener Ma⸗ rius von Rennepont hatte in ſeinem Teſtament vvrausgeſe⸗ hen, daß die Geſellſchaft ſeine Familie im Auge behielte.