Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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Unwillens über die, in einem Augenblick die ſchönſten Aus⸗ ſichten zerſtörenden, Schläge des Schickſals.

Als der Wagen des Marquis in den Hof einfuhr und vor der Säulenhalle des Hötels anhielt, konnte man hinter den Scheiben eines Fenſters, halb verborgen durch die Vorhänge, das Geſicht der Fürſtin bemerken. In ihrer verzehrenden Ungeduld war ſie herbeigeeilt, um zu ſehen, ob der Marquis angekommen wäre. Und mit Verachtung aller Schicklichkeit ſtürmte dieſe ſonſt äußerlich ſo zurückhaltende und ſo förm⸗ liche große Dame zu ihrem Gemach hinaus und eilte einige Stufen der Treppe hinab dem Pater Aigrigny entgegen, der mit niedergeſchlagener Miene hinaufging Beim Anblick ſeines erdfahlen verſtörten Geſichts blieb ſie plötzlich ſtehen und erblaßte. Sie vermuthete, Alles ſey verloren. Ein mit ihrem ehemaligen Licbhaber gewechſelter Blick ließ ihr keinen Zweifel mehr.

Rodin ging demüthig hinter dem Marquis drein. Beide folgten der Fürſtin in ihr Gemach. Die Frau von St. Di⸗ zier verſchloß die Thür und fragte mit unausſprechlicher Angſt den Marquis: „Was iſt denn vorgefallen?“

Anſtatt zu antworten, heftete der E. V. ſeine vor Wuth funkelnden Augen auf die Fürſtin und ſogte mit verzerrtem Geſicht und bleichen Lippen: „Wiſſen Sie, wie hoch ſich dieſe Erbſchaft beläuft, die wir auf 40 Millionen ſchätzten?“

„Ich verſtebe,“ erwiederte die Fürſtin. „Man hat uns getänſcht. Dieſe Erbſchaft iſt gleich Null, und Ihre Arbeit war rein verloren.“

„Ja, unſere Mühe iſt rein verloren,“ antwortete zähne⸗ knirſchend der E. V. „Rein verloren!! Und es handeit ſich nicht um vierzig, ſondern um zweihundert und zwölf Mil⸗ lionen!“

„Zweihundert und zwölf Millionen?“ rief die Fürſtin, wie betäubt einen Schrit zurückweichend. „Das iſt ja un⸗

möglich!“ ch ſage Ihnen, ich habe den Betrag in einem von dem Notar inventirten Käſtchen geſehen.“

„Zweihundert und zwölf Millionen!“ wiederholte die Für⸗ ſtin niedergeſchlagen. „Das war ja eine unermeßliche, Alles

bezwingende Macht! Und Sie haben verzichtet? Und Sie