Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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Die trunkene Wonne Gabriel's, Dagobert's, Agricvla's, des alten Simon, Samuel's und Bathſeba's zu ſchildern wäre eben ſo unmöglich, wie eine Vorſtellung von der Wuth Aigrigny's und Rodin's zu geben, als ſie Samuel das Käſt⸗ chen wieder zu ſich nehmen ſahen. Faringhea allein blieb theilnahmlos, mit finſterem Blick das Bild des Mannes mit der ſchwarzgeſtreiften Stirn betrachtend. Der Notar nahm das Eodieill mit, um es in geſetzlicher Form öffnen zu laſſen, und machte im Weggehen den alten Samuel aufmerkſam, daß er wohl thun würde, den ungeheuren Werth, als deſſen Inhaber man ihn kannte, in der Bank von Frankreich nie⸗ derzulegen.

Während alle die edlen Seelen, welche einige Augenblicke

ſo ſchwer gelitten hatten, von Freude und Hoffnung über⸗

ſtrömten, verließen Aigrigny und Rodin, Wuth und Tod im Herzen, das Haus. Der Marquis ſtieg in ſeinen Wa⸗ gen, rief ſeinen Leuten zu: „Ins Hötel Saint Dizier!“ und ſank vernichtet auf die Kiſſen des Sitzes. Rodin nahm neben ihm Platz, betrachtete ihn mit einer Miſchung von Grimm und Verachtung und murmelte für ſich: „Der Schwachkopf! Er verzweifelt — — und doch — —“

Nach einer Viertelſtunde langte der Wagen in der Baby⸗ lonſtraße an und fuhr in den Hof des Hotels von Saint Dizier.

Siebenundzwanzigſtes Kapitel.

Die Erſten werden die Letzten ſeyn, und die Letzten werden die Erſten ſeyn.

Während der Fahrt von dem Haus in der Franciseus⸗ ſtraße nach dem Hötel St. Dizier hatte Rodin geſchwiegen und ſich begnügt, aufmerkſam den Marquis von Aigrigny zu

beobachten und zu behorchen, welcher den Schmerz und In⸗ grimm getäuſchter Hoffnung ausließ in einem langen Selbſt⸗ geſpräch, unterbrochen von Ausrufungen des Jammers und