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„Wie erklären Sie denn ihre Anweſenheit hier?“ fragte der Marquis weiter.
„Ich ſuche keine Erklärung,“ antwortete der Jude. „Ich ſehe und glaube. — Und jetzt hoffe ich,“ fügte er mit einem freudigen Blick gegen Bathſeba gewandt hinzu.
„Ich ſage Ihnen, Sie müſſen die Anw eſenheit dieſer Per⸗ ſon erklären,“ fuhr Aigrigny fort, der eine gewiſſe Unruhe empfand. „Wer iſt ſie? Wie kommt ſie hieher?“
„Ich weiß nichts weiter,“ autwortete Samuel, „als daß mein Vater mir oft geſagt hat, es ſeyen unterirdiſche Gänge zwiſchen dieſem Haus und entfernten Stellen dieſes Quar⸗ tiers vorhanden.“
„Nun iſt die Sache einfach erklärt!“ meinte der Pater. „Es fragt ſich nur, was dieſe Frau gewollt hat, indem ſie
ſich in das Haus eingeſchlichen. Ihre auffallende Aehnlich⸗
keit mit dieſem Bild iſt ein bloßes Spiel der Natur.“
Auf dieſe Worte folgten einige Augenblicke tiefer Stille.
Bei der Erſcheinung des geheimnißvollen Weibes hatte Rodin die Empfindung der Uebrigen getheilt Als er ſie aber dem Notar ein verſiegeltes Pergament übergeben ſah, bekümmerte er ſich nicht weiter um die Sonderbarkeit dieſer Erſcheinung, ſondern war lediglich von der Begierde erfüllt, das Haus mit dem für die Geſellſchaft erworbenen Schatz zu verlaſſen, denn der Anblick des ſchwarzgeſiegelten Perga⸗ ments, welches der Notar gedankenlos in der Hand hielt, erfüllte ihn mit einer gewiſſen Unruhe. Der Augenblick ſtummer Betäubung, in welche die übrigen Anweſenden ver⸗ ſunken ſchienen, dünkte ihm geeignet, ſich mit dem Käſtchen unſichtbar zu machen. Er ſtieß den Marquis mit dem Ellen⸗ bogen an, warf ihm einen bedeutungsvollen Blick zu, nahm das Käſichen unter den Arm und ſchlug den Weg nach der Thür ein.
„Einen Augenblick,“ ſagte Samuel, ihm in den Weg tretend. „Ich bitte den Herrn Notar, das ihm übergebene Pergament zu unterſuchen, und dann können Sie gehen.“
„Was wollen Sie denn?“ verſetzte Rodin, indem er ver⸗ ſuchte, den Durchgang zu erzwingen. „Die Sache iſt ja endgültig zu Gunſten des Herrn von igrign entſchieden⸗ Erlauben Sie alſo — —“
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