meine Entſetzen. Derſelbe Fall war bei Dagobert und Fa⸗ ringbea.
„Wer iſt denn dieſe Frau?“ wiederholte Agricola, die Hand
Gabriel's faſſend, welche ſich eiskalt und feucht anfühlte. „Siehe!“ antwortete Gabriel, auf die Gemälde deutend.
„Sie bängen ſeit mehr als 150 Jahren da.“
Agricola, Dagobert und Faringhea ſahen hin. „Das iſt
ſie! Das iſt dieſelbe Frau!“ rief Agricola. „Und dieſe Bil⸗
der hängen ſeit 150 Jahren da?“
„Was ſeh' ich?“ rief Dagobert. „Das iſt ja der Freund und Abgeſandte des Generals Simon! Ja, ja! Das iſt das Bild des Mannes, der uns roriges Jahr in Sibirien beſucht hat. Ich erkenne ihn an ſeiner traurigen und ſanften Miene und an ſeinen ſchwarzen Brauen, die in Eins zuſammen⸗ laufen.“
„Meine Augen täuſchen mich nicht,“ flüſterte Faringhea
bbebend vor Schrecken. „Das iſt der Mann mit der ſchwarz⸗
geſtreiften Stirn, den wir am Ufer des Ganges erdroſſelt und begraben, und den ſpäterhin wieder einer der Söhne Bohwanie's am Thor von Bombay getroffen haben will; der verfluchte Menſch, welcher, wie mein Genoſſe in den
Ruinen von Tſchandi verſichert hat, überall den Tod hinter ſich läßt! Und dies Bild hängt ſchon anderthalbhundert Jahre da?“
Gleich Dagobert und Agricola konnte der Würger die Au⸗
gen von dem Bilde nicht abwenden. „Welche geheimnißvolle Aehnlichkeit!“ dachte der Marquis. Plötzlich fiel ihm ein früherer Auftritt ein, und er fragte Gabriel: „Das iſt die Frau, welche Ihnen in Amerika das Leben gerettet hat?“
„Das iſt ſie,“ antwortete Gabriel bebend. — „Und doch hat ſie mir geſagt, ſie ginge nach dem Norden von Amerika!“ murmelte er für ſich.
„Wie kommt ſie in dies Haus?“ fragte Aigrigny den alten Juden. — „Antworten Sie, Haushüter! Dies Weib hätte ſich alſo vor uns und vor Ihnen hier eingeſchlichen?“
„Ich bin zuerſt und allein hier hereingekommen, als nach 150 Jahren zum erſten Mal die Thür wieder geöffnet wurde,“
antwortete Samuel ernſthaft. IW. 17


