Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

— — —— — —— — —

— 5

In dieſem Augenblick trat die zweite Perſon ein, von der

wir geſprochen haben. Es war der Vater des Marſchalls

Simon, ein großer bejahrter Mann, noch rüſtig für ſein 6

Alter. Seine Haare waren weiß und kurz geſchoren. Sein

leicht geröthetes Geſicht trug das Gepräge der Klugheit, der

Sanftmuth und der Kraft. Agricola eilte ihm entgegen und rief: „Sie ſind hier, Herr Simon?“

„Ja, lieber Junge,“ antwortete der Vater des Marſchalls. „Eben komme ich von der Reiſe zurück. Herr Hardy ſollte

⸗ ſich wegen einer Erbſchaftsangelegenheit, wie er meint, hier einfinden, aber da er noch einige Zeit von Paris abweſend bleibt, hat er mich beauftragt — —“

„Auch er iſt Erbe?“ unterbrach Agricola den alten Werk⸗ führer.

„Ei, warum ſiehſt Du denn ſo blaß und verſtört aus?“ fragte der Vater des Marſchalls und ſah ſich verwundert um. „Wovon handelt ſich's denn hier?“

„Wovon ſich's handelt?“ rief Dagobert, zu Simon tretend,

„Von Ihren Enkelinnen, die eben beraubt worden ſind. Und um Zeuge dieſer Niederträchtigkeit zu ſeyn, habe ich ſie aus Sibirien hierher geführt.“

„Sie?“ fragte der alte Handwerker, indem er die Geſichts⸗

züge des Soldaten prüfte. „Wer ſind Sie denn?“

„Dagobert.“

„Sie? Sie, der meinem Sohn eine ſo edelmüthige Treue bewieſen hat?“ rief der Vater des Marſchalls und drückte dem alten Soldaten herzlich die Hand. „Haben Sie nicht

von der Tochter Simon's geſprochen?“ „Von ſeinen Töchtern,“ antwortete Dagobert. „Er iſt glücklicher, als er glaubt. Die armen Kinder ſind Zwil⸗ linge.“

Aund wo ſind ſie?“ fragte der Greis.

„Im Kloſter.“ 4 „Im Kloſter?“

„Ja, durch die Schurkerei dieſes Menſchen, welcher ſie, in⸗ — er ſie dort zurückhält, ihrer Erbſchaſt verluſtig gemacht

at 7

„Welches Menſchen?“ „Des Marquis von 4

—