Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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hat, Ihren Angaben Folge geben zu dürfen. Es hat Ihnen geſagt, man würde unterſuchen, man würde Rath ſchaffen. Ich frage Sie nun, die Hand aufs Herz, kann ich in einem ſo wichtigen Fall auf mich eine Verantwortlichkeit nehmen, welche Richter nicht auf ſich zu nehmen gewagt haben?“

„Ja!“ rief Dagobert; und im Namen der Gerechtigkeit und der Ehre müſſen Sie es.“

„Vielleicht von Ihrem Geſichtspunkte aus. Aber auf meinem Standpunkt bleibe ich der Gerechtigkeit und Ehre treu, indem ich treulich vollſtrecke, was durch den geheiligten Willen eines Sterbenden vorgeſchrieben iſt. Zudem iſt für Sie die Sache noch nicht verloren. Wenn die Perſonen, derer Sie ſich annehmen, ſich verletzt glauben, ſo kann das ſpäter Anlaß zu einem Prozeß geben, zu einem Recurs gegen den Schenker, den Herrn Abbé Gabriel. Einſtweilen iſt es meine Pflicht, ihn unmittelbar in Beſitz der Werthe zu ſetzen.

Ich würde mich ſehr bloßſtellen, wenn ich anders handelte.“

Die Bemerkungen des Notars ſchienen ſo ſehr dem ſtrengen Recht gemäß, daß Samuel, Dagobert und Agricola beſtürzt ſchwiegen. Gabriel ſchien nach einem Angenblick der Ueber⸗ legung einen verzweifelten Entſchluß gefaßt zu haben und ſagte mit feſter Stimme zum Notar:

„Da unter dieſen Umſtänden das Geſetz ohne Macht iſt, das gute Recht zu ſchützen, ſo faſſe ich einen verzweifelten Entſchluß. Ehe ich ihn ausführe, frage ich zum letzten Mal den Herrn Abbé von Aigrigny, ob er ſich mit Dem begnü⸗ gen will, was mir von dieſen Gütern zukommt, und ob er die übrigen Theile der Erbſchaft in ſicherer Hand laſſen will, bis die Erben, in deren Namen Einſpruch gethan wird, ihre Rechte nachgewieſen haben?“

„Auf dieſe Frage,“ ſagte Aigrigny, „wiederhole ich, was ich bereits geſagt habe. Es handelt ſich hier nicht um mich, ſondern um ein großes Werk der Menſchenliebe. Ich muß alſo das theilweiſe Anerbieten des Herrn Abbé Gabriel zu⸗ rückweiſen und ihn an ſeine verſchiedenen Verpflichtungen erinnern.“

„Alſo,“ fragte Gabriel mit bewegter Stimme, „Sie wei⸗ ſen dieſen Vergleich zurück?“

„Die chriſtliche Liebe gebietet mir es.“