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erſchienen vor Ablauf der zum Schluß der Erbſchaft geſetzten Friſt. Die Schenkungsurkunde iſt in der Ordnung. Ich kann alſo nicht umhin, ihm in der Perſon des Schenkers den Betrag der Erbſchaft zu übergeben.“
Bei dieſen Worten bedeckte Samuel ſein Geſicht mit den Händen und ſtieß einen tiefen Seufzer aus. Er mußte die ſtrenge Richtigkeit der Bemerkungen des Notars anerkennen.
„Herr Notar!“ rief Dagobert, „das iſt nicht möglich. Sie können nicht zwei arme Waiſen ſo berauben laſſen. Im Namen ihres Vaters, ihrer Mutter ſpreche ich zu Ihnen. Ich „ ſchwöre Ihnen auf Ehre, auf meine Ehre als Soldat, daß
man das Vertrauen und die Schwäche meiner Frau miß⸗
braucht hat, um die Töchter des Marſchalls Simon ins Klo⸗
3 ſter zu bringen und mich ſo zu hindern, ſie dieſen Morgen hieher zu führen. Ich habe bei einem Beamten geklagt.“
„Und was hat Ihnen der Beamte geantwortet?“ fragte der Notar.
„Meine Ausſage genügte nicht, um die Mädchen aus dem Kloſter zu holen, wo ſie wären. Das Gericht würde unter⸗
„So iſt's,“ ſagte Agricola, „und eben ſo iſt es mit dem Fräu⸗ lein von Cardoville gegangen, die als wahnſinnig in einem 1
Krankenhaus eingeſperrt und doch ganz vernünftig iſt. Sie hat, gleich den Töchtern des Marſchalls Simon, Rechte auf dieſe Erbſchaft. Ich habe für ſie dieſelben Schritte gethan, wie mein Vater für die Töchter des Marſchalls Simon.“
„Nun?“ fragte der Notar.
„Leider,“ antwortete Agricvla, „hat man mir wie meinem Vater geſagt, daß man auf meine einfache Angabe hin nicht einſchreiten könne, und daß man Rath ſchaffen würde.“
In dieſem Augenblick hörte Samuel am Eingangsthor ſchel⸗ len. Auf ein Zeichen von ihm verließ Bathſeba den rothen Saal.
„Ich bin weit entfernt,“ ſagte der Notar zu Dagobert und Agricola, „Ihre Aufrichtigkeit in Zweifel zu ziehen. Aber zu meinem Bedauern iſt es mir unmöglich, Ihren unerwie⸗ ſenen Anklagen ſo viel Gewicht beizulegen, um den geſetzlichen
Gang der Dinge aufzuhalten. Sie ſagen ja ſelber daß das
Gericht, an welches Sie ſich gewandt haben, nicht geglaubt


