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„Ich will Sie entlarven. Sie ſind ein eben ſo ehrloſer, allgemein verabſcheuter Prieſter, wie Gabriel hier ein bewun⸗ derungswerther und von den Segenswünſchen Aller begleiteter Prieſter iſt.“
„Herr!“ — rief der Marquis vor Zorn und Angſt erd⸗ fahl werdend.
„Ich ſage Ihnen, Sie ſind ein ehrlofer Menſch!“ fuhr der Soldat mit noch größerem Nachdruck fort. „Um die Töchter des Marſchalls Simon, um Gabriel und das Fräulein von Cardoville ihrer Erbſchaft zu berauben, haben Sie ſich der ſchändlichſten Mittel bedient.“
„Was ſagen Sie?“ rief Gabriel. „Die Töchter des Mar⸗ ſchalls Simon — —7“
„Sind Deine Verwandten, liebes Kind, und eben ſo das würdige Fräulein von Cardoville, die Wohlthäterin Agricv⸗ la's. Dieſer Pfaff,“ fuhr er auf Aigriguy deutend, fort, „hat die eine als wahnſinnig in ein Krankenhaus, und die Waiſen in ein Kloſter einſperren laſſen. Was Dich betrifft, liebes Kind, ſo hatte ich nicht gehofft, Dich hier zu ſehen, weil ich glaubte, man hätte Dich, wie die andern Erben, gehindert, heute Vormittag hier zu erſcheinen. Aber Gott ſey Dank, Du biſt da, und ich komme zu rechter Zeit. Ich bin nicht früher gekommen in Folge meiner Wunde. Ich habe ſo viel
Blut verloren, daß ich den ganzen Morgen aus einer Ohn⸗
macht in die andere gefallen bin.“
„Wahrhaftig!“ rief Gabriel. „Ich hatte nicht bemerkt, daß Sie den Arm in der Binde tragen. Was iſt das für eine Wunde?“
Agricola gab ſeinem Vater einen Wink, und dieſer antwor⸗ tete: „Es hat nichts zu bedeuten — — die Folge eines Fal⸗ les. Genug, ich bin da, und viele Schändlichkeiten ſollen enthüllt werden.“ .
Es iſt unmöglich, die Spannung, die Angſt, die Ueberra⸗ ſchung und die Beſorgniſſe der verſchiedenen Anweſenden bei dieſen drohenden Worten Dagobert's zu ſchildern. Am mei⸗
ſten unter Allen war Gabriel niedergeſchlagen. Sein Engels⸗
geſicht war verſtört, ſeine Kniee zitterten. Wie vom Donner gerührt bei der Offenbarung Dagobert's, daß noch Erben da ſeyen, konnte er mehre Minuten lang


