Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
Einzelbild herunterladen

—̃—,

——

—.—— — — .

— 241 —

Hals fiel mit den Worten: „Du? Bruder! — — Und auch

Sie? mein zweiter Vater! — O Gott ſendet Sie!“

Nachdem Dagobert Gabrieln die Hand gedrückt, ging er raſcher, obwohl etwas ſchwankenden Schrittes auf den Mar⸗ quis zu. Der ehrwürdige Vater bemerkte die drohende Miene des Soldaten und wich einen Schritt zurück. Aber pochend auf das erlangte Recht, und ſeit dem letzten Schlag zwölf ſich zu Hauſe fühlend, ſagte er in gebieteriſchem Ton zu dem alten Krieger: „Wer ſind Sie? Was wollen Sie?2“

Anſtatt ihm zu antworten, machte der Soldat noch einige Schritte, blieb dann gerade vor dem Marquis ſtehen, und betrachtete ihn einen Augenblick mit einer ſo erſchreckenden Miſchung von Neugier, Verachtung, Widerwillen und Verwe⸗ genheit, daß der ehemalige Huſarenoberſt die Faſſung verlor und vor dem blaſſen Geſicht und dem funkelnden Blick des alten Kriegers die Augen niederſchlug. Der Notar und Sa⸗ muel blieben in ihrer Ueberraſchung ſtumme Zuſchauer dieſes Auftritts, während Agricola und Gabriel mit Aengſtlichkeit den geringſten Bewegungen Dagobert's folgten. Rodin that, als ſtützte er ſich auf das Käſtchen, um es ſtets mit ſeinem Leib zu decken.

Der Pater Aigrigny überwand endlich die Verlegenheit, welche der ſtarre Blick des Soldaten ihm verurſachte Er richtete den Kopf in die Höhe und ſagte: „Ich frage Sie, wer Sie ſind, und was Sie wollen?“

„Sie kennen mich alſo nicht?“ fragte ſeinerſeits Dagobert, kaum ſeinen Grimm zurückhaltend.

„Nein,“ antwortete Aigrigny.

„Freilich,“ verſetzte mit tiefer Verachtung Dagobert. „Sie haben bei Leipzig, wo Sie mit den Ruſſen gegen die Fran⸗ zoſen fochten, die Augen vor Scham niedergeſchlagen, als der von Wunden durchbohrte General Simon, Ihnen, Abtrünni⸗ ger, der Sie ihm ſeinen Degen abforderten, antwortete: „ch übergebe meinen Degen keinem Verräther — und ſich zu einem ruſſiſchen Grenadier hinſchleppte, und ihn die⸗ ſem übergab. Neben dem General Simon befand ſich ein Soldat, gleichfalls verwundet. Dieſer Soldat war ich.

„Nun, was wollen Sie?“ fragte Aigrigny, der kaum ſeine Wuth zu bergen wußte. 1

w.

†