ſchlimmen Offenbarungen, die großartigen, von Herrn von Rennepont in ſeinem letzten Willen ausgeſprochenen Abſich⸗ ten — alles das hatte den jungen Prieſter in ein an Be⸗ täubung gränzendes Staunen verſetzt, als Samuel dem Notar ein Schlüſſelchen reichte, und auf das verſchloſſene ſchwarze Buch deutend, ſagte: „In dieſem Regiſter werden Sie den jetzigen Stand der Summen ſehen, welche ſich in meinen Händen befinden in Folge der Anlegung der von Herrn Marius von Rennepont meinem Großvater anvertrauten 150,000 Franken.“
„Ihrem Großvater?“ rief Aigrigny höchſt betroffen. „Ihre Famille alſo hat dieſe Summe fortwahrend nutzbringend ge⸗ macht?“
„Ja,“ antwortete Samuel. „Und den Augenblick wird meine Frau das Käſichen bringen, welches die Beträge enthält.“
„Und auf welche Ziffer belaufen ſich dieſe Beträge?“ fragte in anſcheinend mit der gleichgültigſten Miene von der Welt.
Ganz ruhig als ob bloß von den urſprünglichen 50,000 Thalern die Rede wäre, antwortete Samuel: „Wie der Herr Notar ſich in dieſer Ueberſicht überzeugen kann, habe ich an Currentwerthen in Kaſſe die Summe von 212 Millionen, hundertundſiebzig — —“
„Was?“ unterbrach Aigrigny, dem es auf den Reſt wenig ankam.
„Ja, die Ziffer!“ rief mit bebender Stimme Rodin, der vielleicht zum erſten Mal in ſeinem Leben die Kaltblütigkeit verlor; „die Ziffer! die Ziffer!“
„Ich ſage,“ wiederholte der Greis, „daß ich in Kaſſe habe 212,170,000 Franken an Werthen, die theils auf Namen, theils auf Inhaber geſtellt ſind, wie Sie, Herr Notar, ſich überzeugen können, denn da kommt meine Frau und bringt ſie.“
In dieſem Augenblick trat Bathſeba ein mit dem Käſtchen von Cedernholz, worin die Werthpapiere lagen, ſtellte es auf den Tiſch und ging, einen freundlichen Blick mit Samuel wechſelnd, wieder hinaus.
Als der alte Inde die ungeheure Summe genannt hatte, war ein Schweigen des Staunens ſeinen Worten gefolgt. Seine Zuhörer glanbten zu träumen. Rodin und Aigrigny


