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den Rücken zugekehrt hatte, ſich um nach ihnen Kaum hatte er das Bild der Frau erblickt, als er einen Schrei der Ueber⸗ raſchung, faſt des Schreckens ausſtieß. Der Notar unterbrach die Vorleſung des Teſtaments und ſah beſorgt den jungen Prieſter an.
Vierundzwanzigſtes Kapitel. Schlag zwölf Uhr.
Während auf den Schrei Gabriel's der Notar mit Leſung des Teſtaments inne hielt, beugte Aigrigny aufſtehend ſich raſch nach dem jungen Prieſter hin. Dieſer ſtand zitternd da, betrachtete mit wachſendem Staunen das Bild der Frau und ſagte leiſe für ſich: „Iſt's möglich, daß der Zufall ſolche Aehnlichkeiten ſchaffe? Dieſe ſo ſtolzen und doch ſo traurigen
Augen ſind die ihrigen. Und dieſe Stirn! Und dieſe Bläſſe!
Ja, es ſind ihre Züge, alle ihre Züge!“
„Mein lieber Sohn, was iſt Ihnen denn?“ fragte Aigrigno eben ſo erſtaunt wie Samuel und der Notar, welcher gleich⸗ falls aufgeſtanden war.
Ohne die Augen von dem Bild abzuwenden, antwortete der
Miſſionär im Ton tiefer Rührung: „Vor acht Monaten be⸗
fand ich mich in der Gewalt der Indianer im Felſengebirg.
Sie hatten mich ans Kreuz geſchlagen und begannen, mich zu
ſcalpiren, als die göttliche Vorſehung mir eine unerwartete Hülfe ſchickte. Ja, dieſe Frau hat mich gerettet“
„Dieſe Frau?“ riefen gleichzeitig Samuel, der Notar und der Marquis. Nur Rodin blieb gleichgültig bei dieſem Zwi⸗ ſchenvorfall, indem er mit der Miene grimmiger Ungeduld an den Nägeln kaute und mit Angſt dem langſamen Gang der Zeiger ſeiner Uhr zuſchaute.
„Wie? Welche Frau hat Ihnen das Leben gerettet?“ fragte *
Aigrigny. 6 „Ja, dieſe Frau iſt's!“ fuhr Gabriel leiſer und faſt ängſtlich fort, — „dieſe Frau oder vielmehr eine Frau, die i
ſehr gleicht, daß ich, wenn dies Gemälde nicht ſeit ande


