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Jahrhunderten hier wäre, glauben müßte, ſie habe dazu ge⸗ ſeſſen. Ich begreife nicht, wie eine ſo treffende Aehnlichkeit Sache des Zufalls ſeyn ſollte. — — Indeß,“ fügte er nach einem Augenblick des Schweigens ſeufzend hinzu, „die Ge⸗ heimniſſe der Natur und der Wille Gottes ſind unergründlich!“
Er wandte ſich um und ſank niedergeſchlagen auf ſeinen Stuhl. Tiefes Schweigen herrſchte. Aigrigny unterbrach es mit der Bemerkung: „Bies iſt ein Beiſpiel außerordentlicher Aehnlichkeit und weiter nichts, mein lieber Sohn. Nur die Dank⸗ barkeit, welche Sie natürlicher Weiſe für Ihre Befreierin hegen, gibt dieſem ſonderbaren Naturſpiel eine große Wich⸗ tigkeit für Sie.“
Rodin, von Ungeduld verzehrt, ſagte zum Notar, neben dem er ſaß: „Mich dünkt, Herr Notar, dieſer kleine Roman hat mit dem Teſtament keinen Zuſammenhang.“
„Sie haben Recht,“ antwortete der Notar, indem er ſich wieder ſetzte. „Aber die Sache iſt ſo außerordentlich, ſo ro⸗ manesk, wie Sie ſagen, daß man nicht umhin kann, das tiefe Staunen des Herrn — — zu theilen.“
Bei dieſen Worten deutete er auf Gabriel, der, den Kopf auf die Hand und den Arm auf eine Lehne geſtützt, ganz in Gedanken verſunken da ſaß. Sodann fuhr der Notar in Vorleſung des Teſtaments fort:
„Dies ſind die Verfolgungen, welchen meine Familie von Seiten der Geſellſchaft Jeſu ausgeſetzt geweſen iſt. Dieſe Geſellſchaft iſt jetzt in Folge der Confiscativn im Beſitz meiner Güter. Bald werde ich todt ſeyn. Möge ihr Haß mit meinem Tod erlöſchen und mein Geſchlecht verſchonen, mein Geſchlecht, deſſen Lvos mein einziger letzter Gedanke in dieſem feierlichen Augenblick iſt.
„Dieſen Morgen habe ich einen Mann von erprobter Redlichkeit, Iſaak Samuel, hieher beſchieden. Er verdankt mir das Leben, und jeden Tag habe ich Grund gehabt, mir Glück zu wünſchen, daß ich der Welt einen ſo treff⸗ lichen, ehrlichen Menſchen habeſerhalten können. Er hatte meine Güter vor der Confiscatiovn derſelben mit eben ſo viel Geſchicklichkeit als Redlichkeit verwaltet. Ihm habe ich die 50,000 Thaler anvertraut, die ein treuer Schuld⸗ ner mir zurückgegeben; Iſaak und nach ihm ſeine Nach⸗


