Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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men laſſen. Zudem iſt mir das Leben zu bitter, ſeitdem mein Sohn das Opfer eines geheimnißvollen Verbrechens geworden iſt. Der arme Heinrich! In ſeinem neunzehnten Jahr iſt er geſtorben. Seine Mörder ſind unbekannt, — doch mir nicht, wenn ich meiner Ahnung trauen darf. Um dieſem Kind meine Güter zu erhalten, habe ich zum Schein den Proteſtantismus abgeſchworen. So lange das geliebte Weſen lebte, habe ich ſorgfältig den Schein eines Katholiken bewahrt. Dieſe Schurkerei empörte mich; aber es handelte ſich um meinen Sohn. Nachdem man ihn mir umgebracht hatte, war mir dieſer Zwang unerträglich. Ich wurde belauert, verklagt und verur⸗ theilt als Rückfalliger. Meine Güter wurden eingezogen, ich ſelber ward zu den Galeeren verdammt.

„Welch ſchreckliche Zeit iſt das! Elend und Knechtſchaft, lutiger Despotismus und Unduldſamkeit. O, es iſt ſüß, das Leben zu verlaſſen! So viel Unheil, ſo viel Schmerzen nicht mehr zu ſehen — welche Ruhe!

„In wenigen Stunden werd' ich dieſe Ruhe genießen. Ich will ſterben und zuvor an die unter den Meinigen denken, welche leben, oder vielmehr an die, welche leben werden — vielleicht in beſſeren Zeiten. Von ſo vielen Gütern ſind mir noch 50,000 Thaler übrig, die ich einem Freund anvertraut habe. Ich habe keinen Sohn mehr, aber zahlreiche Verwandte, die in Europa zerſtreut in Verbannung leben. Unter ſie vertheilt wären jene 50,000 Thaler von geringem Nutzen. Ich verfüge anders dar⸗ über nach dem weiſen Rath eines Mannes, den ich als das Bild Gottes auf Erden verehre, denn ſein Verſtand, ſeine Weisheit und ſeine Güte ſind faſt göttlich.

„Zwei Mal in meinem Leben habe ich dieſen Mann geſehen unter ſchrecklichen Umſtänden. Zwei Mal hab' ich ihm Rettung verdankt, ein Mal Reitung der Seele, und ein Mal Rettung des Lebens. Ach! vielleicht würde er auch meinen armen Sohn gerettet haben, wenn er nicht zu ſpät — zu ſpät gekommen wäre! Ehe er mich verließ, wolite er mich von meinem Entſchluß zu ſterben gbwen⸗ dig machen, denn er wußte Alles. Aber ſeine Stimme vermochte nichts. Mein Schmerz, meine Niedergeſchla⸗