Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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ſind, ſoll mein Teſtament vorgeleſen werden und mit dem letzten Schlag zwölf Uhr ſoll die Erbſchaft geſchloſſen ſeyn zum Vortheil Derer, welche zuſolge meiner, hoffent⸗ lich durch die Ueberlieferung in meiner Familie fortgeflanz⸗ ten, Empfehlung ſich perſönlich und nicht durch Bevoll⸗ mächtigte am 13. Februar vor Mitteg in der St. Fran⸗ eiseusſtraße eingefunden haben werden.“

Nachdem der Notar dies mit lauter Stimme geleſen, hielt er einen Augenblick inne und ſprach dann in feierlichem Ton: „Nachdem Herr Gabriel Franz Maria von Rennepont, Prie⸗ ſter, durch beglaubigte Urkunden ſeine Abſtammung väter⸗

licher Seits und ſeine Eigenſchaft als Enkel eines Reffen

des Erblaſſers nachgewieſen hat, und da derſelbe bis jetzt der einzige Abkömmling der Familie Rennepont iſt, welcher

ſich hier eingeſtellt hat, ſo öffne ich vorgeſchriebener Maßen in ſeiner Gegenwart das Teſtament.“

Bei den letzten Worten nahm der Notar aus dem Per⸗ gamentumſchlag, den er neben ſich legte, das bereits mit den geſetzlichen Förmlichkeiten von dem Gerichtspräſidenten geöff⸗

nete Teſtament.

Pater Aigrigny lehnte ſich mit den Ellenbogen auf den Tiſch und ſenkte den Kopf. Er konnte einen Seufzer der Angſt nicht zurückhalten. Gabriel ſah mit mehr Neugier als Theilnahme der Vorleſung des Teſtaments entgegen.

Rodin hatte ſeinen Stuhl nicht ganz an den Tiſch gerückt.

Zwiſchen den Kuien hielt er ſeinen alten Hut, in welchem halb verborgen unter einem ſchmutzigen, blaugewürfelten,

baumwollenen Schnupftuch ſeine Uhr lag. Die ganze Auf⸗

merkſamkeit des Socius war getheilt zwiſchen dem geringſten Geräuſch, welches er von außen hörte und zwiſchen der lang⸗ ſamen Vewegung der Zeiger ſeiner Uhr, deren Gang ſein kleines gieriges Auge beſchleunigen zu wollen ſchien, damit es ja bald Mittag wäre.

Der Notar faltete den Pergamentbogen auseinander und

las wie folgt: „Weiler Villetaneuſe, den 13. Februar 1682.

„Ich ſtehe im Begriff, durch den Tod der Schmach Galeeren zu entgehen, auf welche die unverſöhnlichen Feinde meiner Familie mich als Rückfälligen haben verdam⸗