Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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Samuel ſah niedergeſchlagen aus. Kein anderer Erbe als Gobriel erſchien. Der alte Jude empfand lebhaftes Mitge⸗ fühl für den jungen Mann. Aber dieſer junge Mann war ein Prieſter. Mit ihm erloſch der Name Rennepont, und es ſchien außer Zweifel, daß das unermeßliche, ſo mühſam auf⸗ gehäufte Vermögen nicht nach dem Wunſch des Erblaſſers vertheilt oder verwandt werden würde.

Die bei der Handlung anweſenden Perſonen, ſtanden um den runden Tiſch herum. In dem Angenblicke, wo ſie, von dem Notar aufgefordert, ſich ſetzen wollten, deutete Samuel auf das in ſchwarzen Chagrin gebundene Buch und ſagte:

„Herr Notar, es iſt mir befohlen, dies Verzeichniß hier nie⸗

derzulegen. Ich werde Ihnen den Schlüſſel dazu geben, ſo⸗ bald das Teſtament verleſen iſt.“

„Daſſelbe,“ erwiederte der Notar, „iſt auch in der dem Teſtament beigefügten Note verzeichnet worden, als das Teſtament im I 1682 bei Meiſter Thomas Le Semelier, königlichem Rath und Notar im Chaͤtelet zu Paris, wohnhaft auf dem Königsplatz Nro. 13, niedergelegt wurde.“

Bei dieſen Worten zog Meiſter Dumesnil aus einer roth⸗ ſaffianenen Mappe einen großen Unſchlag von vergilbtem Pergament. An den Pergamentumſchlag war mit einem ſei⸗ denen Faden eine auf Pergament geſchriebene Note geheftet. „Meine Herren,“ fuhr der Notar fort, „wenn Sie ſich ge⸗ fälligſt ſetzen wollen, ſo will ich die hier beigefügte Note leſen, welche die bei Eröffnung des Teſtaments zu beobach⸗ tenden Förmlichkeiten regelt.“

Der Notar, Rodin, Aigrigny und Gabriel ſetzten ſich um den Tiſch, und zwar Gabriel mit dem Rücken gegen das Kamin. Samuel blieb ungeachtet der Aufforderung des No⸗ tars hinter dem Stuhl deſſelben ſtehen. Der Notar las Folgendes:

„Am 13. Februar 1832 ſoll mein Teſtament in die

Sanct Francisensſtraße gebracht werden. Schlag zehn

Uhr ſoll die Thür des rothen Saals im Erdgeſchoß.

meinen Erben geöffnet werden, welche ohne Zweifel in der Erwartung dieſes Tags längſt zu Paris angelangt,

die nöthige Zeit gehabt haben werden, die Beweiſe ihrer

Abſtammung beglaubigen zu laſſen. Sobald ſie beiſammen

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