Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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zu Allem fähig. Alſo von heut an, liebe Mutter, verdoppeln Sie Ihre Wachſamkeit. Sorgen Sie, daß Niemand ſich nächtli⸗ cher Weile einſchleichen kann. Dieſe Gegend hier iſt ſehr einſam.“ „Seyn Sie außer Sorgen, liebe Tochter. Wir ſind gut bewacht. Unſer Hausmeiſter und unſere wohl bewaffneten Gärtner machen jede Nacht die Runde nach dem Boulevard zu. Die Mauern ſind hoch und auf den zugänglicheren Punk⸗ — ten mit eiſernen Zacken verwahrt. Immerhin aber danke ich Ihnen, liebe Tochter, daß Sie mich benachrichtigt haben. Die — WVorſichtsmaßregeln ſollen verdoppelt werden.“ „Beſonders dieſe Nacht wäre es nöthig, liebe Mutter.“ „Und warum?“ Weil dieſer Höllenſoldat, falls er die Veswegenheit hätte,

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etwas zu verſuchen, es dieſe Nacht thun würde.“

— „Wie ſo wiſſen Sie das, liebe Tochter?“

3 —— 6 „Unſere Erkundigungen geben uns dieſe Gewißheit,“ erwie⸗

rte die Fürſtin mit einiger Verlegenheit.

— Der Oberin entging dieſe Verlegenheit nicht; aber ſie war

zu fein und zu zurückhaltend, um es ſich merken zu laſſen. Sie vermuthete, daß man ihr allerhand verheimlichte. Sie begnügte ſich, die Verſicherung zu geben: „Dieſe Nacht ſoll die Aufſicht verdoppelt werden. Aber da ich das Vergnügen habe, Sie zu ſehen, ſo will ich die Gelegenheit benutzen, Ihnen zwei Worte von der bewußten Heirath zu ſagen.“ „Laſſen Sie uns davon ſprechen,“ ſagte lebhaft die Fürſtin, „denn die Sache iſt ſehr wichtig. „Der junge Freiherr von Brisville iſt voll glühender Frömmigkeit in dieſer Zeit revo⸗ lutionärer Gottloſigkeit. Er practieirt öffentlich. Er kann uns die größten Dienſte leiſten, denn er wird in der Kammer ziemlich angehört. Es fehlt ihm nicht an einer Art angreifen⸗ der, herausfordernder Beredtſamkeit. Ich weiß niemand, der ſeinen Glauben in einer keckeren Manier zu äußern verſtünde. Seine Berechnung iſt richtig, denn dieſe cavaliere Weiſe von heiligen Dinge zu reden, ſtachelt und erweckt die Aufmerkſam⸗ keit der Gleichgültigen. Glücklicher Weiſe ſind die Umſtände von der Art, daß er eine verwegene Heftigkeit wider unſere Feinde entwickeln kann, ohne ſich der geringſten Gefahr aus⸗ zuſetzen. Dies verdoppelt natürlich ſeinen Feuereifer, das

Begehren nach der Martyrkrone auszuſprechen. Mit einem „