Sechstes Kapitel. Die Mutter Sancta Perpetua.
Das Sanet Marienkloſter, in welches die Töchter des Mar⸗ ſchalls Simon gebracht worden waren, war ein ehemaliges großes Hötel, deſſen weitläufiger Garten auf den Boulevard de Höpital g eine der einſamſten Stellen von Paris, zumal in jener Zei 8
Im Sanct Prienrtoſter herrſchte volllommne Regelmäßig⸗ keit. Ein Vorſtand, zuſammengeſetzt aus einflußreichen Geiſtli⸗ chen, mit dem Abbé von Aigrigny an der Spitze, und aus Frauen von großer Frömmigkeit, darunter die Fürſtin von Saint Dizier als Hauptperſon, verſammelte ſich häufig, um Mittel zu erſinnen zur Ausdehnung und Sicherung des gehei⸗ men gewaltigen Einfluſſes dieſer in merklicher Zunahme be⸗ griffenen Anſtalt. Geſchickt angelegte und wohlberechnete Plane
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waren bei der Gründung des Werks von Sancta Maria be⸗ folgt worden. Dasſelbe beſaß durch z Schenkungen
unbewegliche und ſonſtige Güter von bedeutendem Werth,
deren Zahl ſich täglich mehrte. Die Kloſterſtiftung war nur
ein Vorwand. Mittels zahlreicher, durch die überſpannteſten Anhänger der ultramontanen Partei in den Provinzen ange⸗ knüpften Verbindungen, zog man in dies Haus eine große Zahl reich ausgeſtatteter Waiſen, die im Kloſter eine tüchtige, ſtreng religiöſe Erziehung erhalten ſollten, eine beſſere Erzie⸗ hung als die frivole, welche ihnen in den modiſchen, von der Verderbniß des Jahrhunderts angeſteckten Inſtituten zu Theil geworden wäre. Reichen Wittwen oder ſonſt allein ſtehenden reichen Frauenzimmern bot das Werk von Sancta Maria eben⸗
falls eine ſichere Zuflucht wider die Gefahren und Verſuchun⸗
gen der Welt. In dieſer ſtillen Zurückgezogenheit genoß man einer himmliſchen Ruhe, gewann auf ſanftem Wege der See⸗ len Seiigkeit und erfreute ſich der zärtlichſten liebevollſten
6 Pflege.
Die Oberin des Kloſters, die Mutter Sancta Perpetua,
befaßte ſich auch damit, im Namen des Werfs, den vnte
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