Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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„Nur habe ich keine Empfehlung an die mildthätigen Perſog

nen, welche dieſe Anſtalt leiten.“

„Sie ſind in Noth, arbeitſam und ehrenhaft; das gibt Ih⸗ nen genugſamen Anſpruch. Nur muß ich Ihnen ſagen, man wird Sie fragen, ob Sie genau Ihre Religionspflichten erfüllen.“

„Niemand kann Gott mehr lieben, als ich,“ erwiederte die Mayeux in ſanftem, aber feſtem Ton. „Aber die Uebung ge⸗ wiſſer Pflichten iſt eine Gewiſſensſache; und ich möchte lieber auf die Vortheile, von denen Sie ſprechen, verzichten, wenn in dieſer Beziehung etwas gefordert würde.“

„Durchaus nicht. Ich ſage nur, da die Leiter jenes Werks ſehr fromme Perſonen ſind, ſo dürfen Sie ſich über ihre deß⸗ fallſigen Fragen nicht wundern. Und dann, — verſuchen Sie es. Sie wagen dabei nichts. Sagen Ihnen die Bedingungen, welche Ihnen gemacht werden, zu, ſo nehmen Sie dieſelben an. Scheinen ſie Ihnen dagegen Ihre Gewiſſensfreiheit zu verletzen, ſo weiſen Sie dieſelben von der Hand. Ihre Lage wird dadurch nicht ſchlimmer.“

Gegen dieſen Schluß, welcher ihr völlig freie Hand ließ, wußte die Mayeur nichts einzuwenden. Sie ſagte alſo: „Ich nehme Ihren Vorſchlag an, und danke Ihnen von Herzen da⸗ für. Aber wer ſoll mich vorſtellen?“

„Ich — morgen, wenn Sie es wollen.“

„Aber man wird Erkundigungen über mich einziehen wollen.“

„Die achtungswürdige Mutter Sancta Perpetua, Oberin des Sanct Marienkloſters, wird Sie gewiß zu beurtheilen wiſſen, ohne daß ſie Erkundigungen einzuziehen braucht. Will ſie es, ſo wird ſie es Ihnen ſagen, und es wird Ihnen leicht ſeyn, ſie zu befriedigen. Alſo es bleibt dabei — morgen?“

„Soll ich Sie hier abholen?“ fragte die Mayeux.

„Nein,“ antwortete Florine. „Ich habe Ihnen ja geſagt, man darf nicht wiſſen, daß Sie aus Auftrag des Herrn Bau⸗

doin hier geweſen ſind, und ein weiterer Beſuch hier könnte

bemerkt werden und Avfmerkſamkeit erregen. Ich will Sie in einem Miethwagen abholen. Wowo hnen Sie?“ In der Briſe⸗Miche⸗Gaſſe, Nro, 5. Wenn Sie ſich dieſe Mühe nehmen wollen, ſo brauchen Sie bloß dem Färber, wel⸗ cher die Stelle des Hausmeiſters verſieht, zu ſagen, er möchte mich rufen, — er möchte die Mayeux rufen.“

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