Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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„Gewiß,“ ſagte die Mayeux, „iſt ein Zuſammenhang zwi⸗ ſchen ſeinem Aufenthalt in dieſem Verſteck und zwiſchen den wichtigen Mittheilungen, die er dem Fräulein oder jemanden von der Familie zu machen wünſcht.“

Florine, welche ſich unterbrochen hatte, um nachzuſinnen, fuhr fort: „Dies Verſteck iſt ſeit langer Zeit weder bewohnt noch beſucht worden. Vielleicht hat Herr Baudoin darin etwas gefunden, was für das Fräulein von Werth iſt.“

„Wenn der Brief Agricola's mir nicht ſo dringend geſchie⸗ nen hätte,“ ſagte die Mayeux, „ſo würde ich die Sache haben anſtehen laſſen, bis er ſelber hatte kommen können nach ſeiner Entlaſſung aus dem Gefängniß, die, Dank der Freigebigkeit eines ſeiner ehemaligen Kameraden, nicht lange auf ſich war⸗ ten laſſen wird. Da ich indeß nicht weiß, ob man ihn, ſelbſt gegen Caution, ſchon heute loslaſſen wird, wollte ich vor allen Dingen treulich ſeinem Willen nachkommen. Die Güte, welche das Fräulein ihm bewieſen, machte es mir zur Pflicht.“

Wie alle Menſchen, deren gute Gefühle noch zuweilen erwa⸗

chen, fand Florine einen Troſt darin, etwas Gutes thun, wenn

ſie es ungrſtraft, d. h. ohne ſich dem unerbittlichen Groll der ſie Beherrſchenden auszuſetzen, thun konnte. Die Mayeux bot ihr eine Gelegenheit, dem Fräulein vielleicht einen großen Dienſt zu leiſten Sie kannte den Haß der Fürſtin von Saint Dizier gegen ihre Nichte zu gut, um zu bezweifeln, daß es höchſt gefährlich ſey, wenn die wichtige Mittheilung Agricvla's jemand anderem als dem Fräulein von Cardoville gemacht würde. In ernſtem Ton ſagte ſie zur Mayeux: „Hören Sie, ich will Ihnen einen Rath geben, der hoffentlich dem armen Fräulein vvn Nutzen ſeyn wird, der aber mich unglücklich machen könnte, wenn Sie nicht beachten, was ich Ihnen an⸗ empfehle.“

„Wie ſo?“ fragte die Mayeux verwundert.

„Meinem Fräulein zu Liebe darf Herr Baudvin ſeine wich⸗ tigen Mittheilungen an niemand als ſie ſelber machen.“

„Aber da er das Fräulein von Cardoville nicht ſprechen kann, müßte er ſich doch wohl an ihre Familie wenden“

„Gerade der Familie meiner Gebieterin muß er verſchwei⸗ gen, was er weiß. Das Fräulein kann geneſen und dann ann Herr Baudvin mit ihr ſprechen. Sollte ſie aber auch nie