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„Ich bin allein hier in dieſem Pavillon ſeit dem Abgang mei⸗ nes armen Fräuleins.“ Hier erröthete und ſeufzte die Dienerin. „Machen Sie alſo keine Umſtände. Ich bitte, rücken Sie näher an's Feuer. Kommen Sie hierher; da ſitzen Sie beſſer. Gott! wie ſind Ihre Füße ſo naß. Stellen Sie die Füße auf dieſen Schemel.“
Die herzliche Aufnahme von Seiten Florinens, ihr ſchönes Geſicht, ihre angenehmen Manieren, welche nicht die einer gewöhnlichen Kammerjungfer waren, machten einen ſtarken Eindruck auf die Mayeux, welche trotz ihrem geringen Stand ein ſehr feines Gefühl hatte für Alles, was Artigkeit, Zart⸗ gefühl und Bildung verrieth. Ihre gewöhnliche mißtrauiſche Scheu wich einem Gefühl halber Vertraulichkeit, und ſie er⸗
wiederte mit Rührung: „Sie ſind äußerſt verbindlich, und ich
fühle mich ganz beſchämt durch Ihre gütige Sorgfalt.“
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„Ich verſichere Sie,“ ſagte Florine, „ich möchte viel mehr
für Sie thun, als Ihnen FPlatz an dieſem Feuer anbieten. Sie ſehen ſo ſanft aus und erwecken viele Theilnahme.“
„Ach, wie thut das ſo wohl, ſich an einem guten Feuer zu wärmen!“ rief die Mayeux unwillkürlich mit kindlicher Unbe⸗ fangenheit. Alsbald aber fürchtete ſie wieder, die Gaſtfreund⸗ lichkeit zu mißbrauchen, indem ſie ihren Beſuch verlängerte, und fügte hinzu: „Hören Sie, weshalb ich gekommen bin. Geſtern haben Sie mir geſagt, daß ein junger Handwerker, Agricvla Baudoin, in dieſem Pavillon verhaftet worden ſey.“
„Leider, ja! und zwar in dem Angenblick, wo mein armes Fräulein ihm helfen wollte.“
„Agricvla, deſſen Adoptivſchweſter ich bin,“ fuhr die Mayeur leicht erröthend fort, „hat mir geſtern Abend aus ſeinem Ge⸗ fängniß geſchrieben und mich gebeten, ſeinem Vater zu ſagen, er möge ſobald wie möglich hierher gehen und dem Fräulein von Cardoville ſagen, er, Agricvla, habe dem Fräulein höchſt wichtige Mittheilungen zu machen — oder einer Perſon, welche das Fräulein etwa zu ihm ſchicken wolle. Er wage nicht, dieſe MWittheilungen in einem Brief zu machen, weil er nicht wiſſe, ob die Correſpondenz der Gefangenen nicht von dem Haus⸗
meiſter des Gefängniſſes geleſen würde.“
„Meinem Fräulein will Herr Baudvin eine wichtige Mit⸗ theilung machen?“ fragte Flvrine erſtaunt.


