Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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Zweiter Theil. Das Werk von Saneta Maria.

Fünftes Kapitel. Florine.

Während die Königin Baechanal und Liegganznackt ſo trau⸗ rig den frendenreichſten Abſchnitt ihres Lebens endigten, langte die Mayeux an der Thür des Pavillons in der Babylonſtraße an.

Bevor ſie klingelte, trocknete ſie ihre Thränen. Die Per⸗ ſon, welche ihr bisher gewöhnlich Arbeit gegeben, hatte er⸗ klärt, daß ſie es nicht ferner thun würde, weil ihr die Arbeit um ein Drittel wohlfeiler in den Weibergefängniſſen gemacht würde. Um nicht ihre letzte Hülfsquelle zu verlieren, hatte die Mayeur ſich bereit erklärt, zu dem herabgeſetzten Preis zu arbeiten; allein da die Leinwand bereits in die Gefängniſſe abgeliefert war, durfte ſie vor vierzehn Tagen keine Beſchäf⸗ tigung, ſelbſt zu herabgeſetztem Lohne, hoffen. Man kann ſich hiernach die Angſt des armen Geſchöpfes denken Bei ſolcher gezwungenen Unthätigkeit bleibt nur die Wahl zwiſchen Bet eln, Stehlen oder Hungers ſterben.

Schüchtern ſchellte die Arme an der kleinen Thür des Pa⸗ villons. Nach einigen Augenblicken kam Florine und öffnete ihr. Das Kammermädchen war nicht mehr nach dem Ge⸗ ſchmack Adriana's gekleidet, ſondern in einer Weiſe, welche den Schein einer auffallend ſtrengen Einfachheit geben ſollte. Sie trug ein hoch herauf gehendes Kleid von dunkler Farbe, weit genng, um ihren feinen Wuchs zu verbergen. Ihre ra⸗ benſchwarzen Haare waren kaum bemerkbar unter dem platten Beſatz eines geſtärkten Häubchens, ähnlich den Nonnenhauben. Aber trotz dieſer ſo beſcheidenen Tracht war das bräunliche,

blaſſe Geſicht Florinens doch immer wunderſhn.