Laufbahn? Und doch wäre das Kreuz und die damit verknüpfte kleine Penſion für ihn eine doppelt wohlverdiente Belohnung. Aber für die beſcheidene, nährende Arbeit gibt es nur Ver⸗ geſſenheit, Ungerechtigkeit, Gleichgültigkeit und Verachtung. Dieſer Gleichgültigkeit des Staats, zu welcher oft noch Ei⸗ gennutz und Härte undankbarer Meiſter hinzukommt, iſt die klägliche Lage der Arbeiter zuzuſchreiben. Einige leben bei ſte⸗ ter Arbeit kärglich und ſterben vor der Zeit, meiſt eine Geſell⸗ ſchaft verfluchend, die ſie im Stich läßt. Andere ſuchen augenblickliches Vergeſſen ihres Elends in mörderiſcher Trun⸗ kenheit. Eine große Zahl endlich, die keinen Vortheil, keinen ſittlichen oder ſinnlichen Antrieb hat, mehr oder beſſer zu ar⸗ beiten, begnügt ſich, genau ſo viel zu thun, als nöthig iſt, den Lohn zu verdienen. Nichts feſſelt ſie an die Arbeit, weil nichts in ihren Augen die Arbeit adelt. Nichts bewahrt ſie vor den Verführungen der Trägheit. Finden ſie einmal zufällig Mit⸗ tel, eine Zeitlang im Nichtsthun hinzuleben, ſo ergeben ſie ſich der Gewohnheit des Faullenzens und der Ausſchweifungen, und manchmal erwachen die ſchlechteſten Leidenſchaften in Na⸗ turen, die urſprünglich gut waren, und verderben ſie auf ewig, weil über ihnen nicht die Billigkeit waltete, und ſie in ihrer
urſprünglichen löblichen Richtung durch Aufmunterung und
Belohnung beſtärkte.
Wir wollen uns nun wieder zu der Mayeur wenden, wel⸗ che, nachdem ſie bei der Perſon, die ſie gewöhnlich beſchäftigte, geweſen, um ſich Arbeit zu holen, nach dem Pavillon Adriana's von Cardoville in der Babylonſtraße gegangen war.


