Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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„Höre Cephiſe,“ fuhr Jakob mit ſchmerzlich bewegter Stimme fort, „ſeitdem ich hier bin, denke ich nur an Eins: was aus Dir werden ſoll.“

„Sey außer Sorgen meinetwegen,“ ſchluchzte das Mädchen.

„Du biſt verrückt, wenn Du ſagſt, ich ſolle Deinttwegen außer Sorgen ſeyn. Was willſt Du anfangen? Die Möbel unſerer zwei Zimmer ſind keine zweihundert Franken werth. Wir haben ſo toll gehauſ't, daß wir nicht einmal unſere Miethe bezahlt haben. Wir ſind drei Termine ſchuldig, alſo darfſt Du auf den Verkauf unſerer Möbel nicht rechnen. Du haſt keinen Sou mehr, wenn ich von Dir getrennt bin. Ich werde im Gefängniß wenigſtens ernährt. Aber wie willſt Du leben?“

„Warum ſoll man ſich zum Voraus das Leben verbittern?“ fragte Cephiſe.

„Ich frage Dich, wie Du morgen leben willſt?“ rief Jakob.

„Ich verkaufe mein Koſtüm und einige Sachen, und von dem Erlös ſchicke ich die Hälfte Dir, und die andere Hälfte erhält mich einige Tage.“

„Und dann? Und dann?“

„Dann? Wahrhaftig, das weiß ich nicht. Lieber Gott, was ſoll ich Dir fagen? Dann werd' ich ſehen.“

„Höre, Cephiſe,“ ſagte Jakob in einem Ton tiefen Schmer⸗ zes, „Jjetzt erſt ſehe ich, wie ſehr ich Dich liebe. Mein Herz iſt gepreßt wie in einem Schraubſtock, wenn ich daran denke, daß ich Dich verlaſſen ſoll. Ich ſchaudere, daß ich nicht weiß, was aus Dir wird.“ Der junge Menſch fuhr mit der Hand über die Stirn und ſprach dann weiter: „Was hat uns zu Grund gerichtet? Daß wir uns immer ſagten: Morgen kommt nicht. Und Du ſiehſt, morgen kommt. Wenn ich ein⸗ mal nicht mehr bei Dir bin, wenn Du einmal den letzten Sou von den verkauften Kleidungsſtücken ausgegeben haſt — was willſt Du da machen, unfähig zu arbeiten, wie Du jetzt biſt? Soll ich Dir's ſagen? Du wirſt mich vergeſſen und — — Teufel, wenn das geſchieht, zerſchmettre ich mir den Kopf auf einem Pflaſterſtein!“ Cephiſe errieth, was Jakob verſchwiegen hatte. Sie fiel ihm um den Hals und rief: „Einen andern Liebhaber? —

Niemals ! Ic bin wie Du. Zehi ſeß ich, wie ſehr ic Dich liebe!“

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