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gerten, mit einem elenden geflickten Kattunkleid gegen keine Kälte geſchützten Geſchöpf ruhen. „Ach, Schweſter! Dich ſo wiederzuſehen!“ rief ſie; und unfähig, ein Wort weiter her⸗ vorzubringen, fiel ſie, Thränen vergießend, der Mgyeur um den Hals. Nach langem Schluchzen brachte ſie die Worte hervor: „Verzeihung! Verzeihung!“
„Was fehlt Dir deun, gute Cephiſe?“ fragte tief gerührt die Mayeurx, ſich ſanft der Umarmung ihrer Schweſter entwin⸗ dend. „Du bitteſt mich um Verzeihung. Wofür?“
„Wofür?“ wiederholte Cephiſe, ihr mit Thränen benetztes und vor Beſchämung purpurrothes Geſicht erhebend. „Iſt es nicht eine Schande, daß ich mit dieſen Flittern aufgeputzt bin und ſo viel Geld in Narrenspoſſen vergende — während Du ſo daher gehſt, während Du halb verhungerſt? Nie habe ich Dein Geſicht ſo bleich und ſo angegriffen geſehen!“
„Beruhige Dich, liebe Schweſter,“ erwiederte die Nätherin. „Ich bin nicht unwohl. Ich habe dieſe Nacht ein wenig ge⸗ wacht, drum bin ich ſo blaß. Aber ich bitte Dich, weine nicht; das thut mir weh.“
Die Königin Bacchanal war freudeſtrahlend aus einem freudetrunkenen Haufen hervorgetreten, und die Mayeur trö⸗ ſtete ſie jetzt! Ein anderer Umſtand machte dieſen Gegenſatz noch auffallender. Plötzlich vernahm man aus dem anſtoßen⸗ den Saal den fröhlichen Ruf: „Hoch lebe die Königin Bar⸗ chanal! Hoch lebe die Königin Baochanal!“ Die Mayeux er⸗ bebte und ihre Augen füllten ſich mit Thränen, als ſie ihre Schweſter ſah, welche, das Geſicht in den Händen verbergend, vor Scham in die Erde ſinken zu wollen ſchien. „Cephiſe,“ ſagte ſie, „ich bitte Dich inſtändig, betrübe Dich nicht ſo ſehr. Ich müßte ſonſt bedauern, Dir begegnet zu ſeyn, und doch ſchätz' ich mich ſo glücklich deshalb. Es iſt ſo lange her, daß ich Dich nicht geſehen habe. Was fehlt Dir denn? Sage mir's.“
„Du verachteſt mich vielleicht — — und Du haſt Recht,“ erwiederte die Königin Bacchakal, ihre Augen abtrocknend.
„Ich ſollte Dich verachten? Warum?“
„Weil ich ein ſolches Leben führe, anſtatt, wie Du, den Muth zu haben, die Noth zu ertragen.“ Der Schmerz Cephiſens war ſo tief, daß die ſtets guther⸗


