Teil eines Werkes 
4. Band (1844)
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bindet ¹). Nini Moulin hatte ziemlich weit hinten auf dem

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und drängte ſich den Kuiſchen entgegen. Die Mayeux ward von dem Strom mit fortgetragen, und befand ſich, ohne es zu wollen, in der erſten Reihe der Neugierigen, welche den Maskenzug vorbeikommen ſehen wollten.

Dieſer Zug bot in der That einen merkwürdigen Anblick dar. Ein als Poſtknecht verkleideter Reiter in blauer, ſilber⸗ bordirter Jacke, mit mächtigem Zopf, welchem Wolken von Puder entquollen, und in einem mit ungeheuren Bändern verzierten Hut, ritt vor dem erſten Wagen her, knallte mit der Peitſche und ſchrie: „Platz! Platz für die Königin Bae⸗ chanal und ihren Hof. Der offene Landau hinter ihm ward von vier herzſchlächtigen Pferden gezogen, auf welchen zwei alte, als Teufel verkleidete Poſtknechte ſaßen. In dem Wa⸗ gen erhob ſich eine wahre Pyramide von ſitzenden, ſtehenden und kauernden Männern und Weibern in den tollſten, wun⸗ derlichſten Kleidungen, welche ein Durcheinander von grellen Farben, von Bändern, Blumen und Flittern bildeten. Aus dieſem Haufen wunderlicher Geſtalten und Trachten ſahen theils groteske, theils zierliche, theils häßliche, theils hübſche Köpfe heraus, alle belebt durch die fieberhafte Aufregung to ler Trunkenheit, und alle mit dem Ausdruck begeiſterter Be⸗ wunderung dem zweiten Wagen, wo die Königin Bacchanal thronte, zugekehrt und ſie begrüßend mit dem von der Menge wiederholten Zuruf: „Es lebe die Königin Bacchanal!“ Die⸗ ſer zweite Wagen, ein offener Landau, gleich dem erſten, ent⸗ hielt bloß die vier Haupttänzer der Stürmiſchen Tulpe: Nini Moulin, Roſe Pompon, Liegganznackt und die Königin Bacchanal.

Dumvulin, der religiöſe Schriftſteller, welcher die Frau von Sainte Colombe den Freunden ſeines Gönners Rodin ſtreitig machen wollle, ſtand unter dem Namen Nini Moulin auf den Kiſſen des Vorderſitzes. Er hätte ein prächtiges Studium gegeben für Callot oder für Gavarni, dieſen aus⸗ gezeichneten Künſtler, welcher mit dem beißenden Witz und der wunderbaren Phantaſie des berühmten Caricaturenzeich⸗ ners, die Anmuth, die Poeſie und die Tiefe Hogarth's ver⸗

¹¹) Siehe die Anmerkungen am Schluß des Bandes.